Djokovic und Federer erneut um den Titel

10. Juli 2015, 16:27
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Neuauflage des Endspiels von 2014, nachdem der Titelverteidiger Richard Gasquet ebenso in drei Sätzen bezwang wie der Schweizer Andy Murray – Peya steht im Mixed-Finale

London – Roger Federer steht zum zehnten Mal im Endspiel von Wimbledon. Der 33 Jahre alte Schweizer gewann im Halbfinale gegen den britischen Hoffnungsträger Andy Murray nach 2:06 Stunden 7:5, 7:5, 6:4. Am Sonntag (15.00 Uhr MESZ/Sky) kämpft Federer dann wie im vergangenen Jahr gegen den Novak Djokovic um seinen achten Titel, der ihn zum alleinigen Rekordhalter im All England Club promovieren würde.

Federer bezwang Murray, Britanniens Hoffnung, zum 13. Mal im 24. Duell der beiden, der Sieg gelang in äußerst souveräner Manier. Dabei enttäuschte der Schotte keineswegs, zeigte im Gegenteil eine starke Leistung. Doch Federer war wie bereits im ganzen bisherigen Turnierverlauf einfach unangreifbar, seine Fehlerquote überirdisch niedrig.

Zum dritten Mal waren sich die Kontrahenten auf der ehrwürdigen Anlage im Londoner Südwesten gegenüber gestanden. 2012 hatte ein Final-Erfolg Federer seinen bislang letzten von insgesamt 17 Grand-Slam-Titeln eingebracht, vier Wochen später revanchierte sich der Schotte im Finale der Olympischen Spiele.

Djokovic setzte sich gegen Richard Gasquet aus Frankreich 7:6 (7:2), 6:4, 6:4 durch und hat die Chance, mit seinem dritten Triumph in Wimbledon mit seinem Trainer Boris Becker gleichzuziehen. Der gebürtige Leimener hatte erstmals vor 30 Jahren den Titel an der Church Road geholt, ihn 1986 erfolgreich verteidigt und auch 1989 gewonnen.

Neue Höhen

Federer bewies bei seinem zehnten Sieg in seinem zehnten Halbfinale von Wimbledon eindrucksvoll, dass er sein Spiel noch einmal auf ein neues Niveau gehoben hat. "Ich bin unglaublich happy über meine Leistung", sagte er: "Heute ist alles aufgegangen."

Murray kämpfte wie besessen um sein drittes Endspiel, doch gegen Federers Spielwitz war auch mit Publikums-Unterstützung kein Kraut gewachsen. Der Schweizer brillierte beim Aufschlag, den er unglaublich sicher und variantenreich zu exekutieren verstand. 20 Asse und kein Break gegen einen der stärksten Return-Spieler der Welt waren das Resultat.

Derart unter Druck verlor der Schotte in den entscheidenden Momenten bei eigenem Service die Kontrolle. Im zweiten Satz konnte Murray beim Stand von 4:5 fünf Satzbälle abwehren und rettete sich nach dem 15 minütigen Aufschlagspiel vorübergehend. Dies war die einzige Phase, in der das Match vielleicht noch einen anderen Verlauf hätte nehmen können. Danach ging es flott und nach genau 2:06 Stunden Spielzeit verwandelte Federer seinen ersten Matchball, sehr zur Freude von Trainer Stefan Edberg und Ehefrau Mirka.

Djokovic nur im ersten Satz gefährdet

Djokovic steht zum vierten Mal im Endspiel. Der topgesetzte Serbe hatte mit dem überraschend ins Halbfinale vorgedrungenen Franzosen Richard Gasquet leichtes Spiel. Nach 2:21 Stunden und einem 7:6(2),6:4,6:4 steht er in seinem 17. Major-Finale. Gasquet dagegen musste auch in seinem dritten Major-Halbfinale als Verlierer vom Platz.

"Das war eine sehr gute Leistung von mir, denn Richard hat ein starkesTurnier gespielt", sagte Djokovic zufrieden: "Den ersten Satz hätte auch er gewinnen können, der Tiebreak hat letztlich die Wende gebracht."

Nur in diesem gelang es Gasquet, der zuvor French-Open-Sieger Stanislas Wawrinka in einem Fünfsatzkrimi ausgeschaltet hatte und erstmals seit acht Jahren ins Halbfinale von Wimbledon eingezogen war, das Match ausgeglichen zu gestalten. Der 29-Jährige, einst ein Wunderkind im Profizirkus, zauberte zahlreiche Winner mit seiner hochgelobten einhändigen Rückhand ins Feld, doch als es im Tiebreak um die wichtigen Punkte ging, zeigte sich der Unterschied zwischen der Nummer 20 und der Nummer 1 der Weltrangliste.

Peya gegen Hingis

Auch Alexander Peya ist ein Finalist. Der 35-jährige Wiener zog an der Seite der Ungarin Timea Babos ins Endspiel des Mixed-Bewerbs ein. Das Duo bezwang Robert Lindstedt/Anabel Medina Garrigues (SWE/ESP) nach 2:08 Stunden mit 4:6,6:3,11:9.

Im Endspiel am Sonntag treffen Peya/Babos auf zwei sehr bekannte Namen: Den indischen Doppel-Star Leander Paes und die sehr erfolgreich auf die Doppel-Tour zurückgekehrte Ex-Weltranglisten-Erste im Einzel, Martina Hingis. Die Schweizerin steht auch im Damen-Doppel im Finale.

Peya steht zum zweiten Mal in seiner Karriere im Endspiel eines Major-Turniers, 2013 hatte er mit Bruno Soares das Finale bei den US Open erreicht. (sid/APA/red, 10.7.2015)

  • Djokovic lässt nichts anbrennen.
    foto: apa/epa/dennis

    Djokovic lässt nichts anbrennen.

  • Murray muss Federers Überlegenheit anerkennen.
    foto: reuters/melville

    Murray muss Federers Überlegenheit anerkennen.

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