Das Flüchtlingscamp mit bargeldloser Bezahlung liegt nicht in Österreich

Ansichtssache11. Juli 2015, 09:00
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In den Nachbarstaaten Syriens haben Flüchtlinge meist mehr als nur eine Plane über dem Kopf

Man male sich aus, Vertriebene aus einem Kriegsgebiet kommen in einem fremden Land an und ihr erster Blick im Flüchtlingscamp trifft auf ein Schild mit der Aufschrift "Ihr seid willkommen". Sie erhalten elektronisch aufgeladene Debitkarten, mit denen sie in einem von mehreren Supermärkten auf dem Areal bargeldlos bezahlen können. Sie wohnen in festen Unterkünften mit Strom- und Wasserversorgung, Sanitärausstattung, einer Küchenzeile und Satellitenfernsehen. Es gibt Kindergärten, Schulen und bunte Spielplätze, auf denen der Nachwuchs in den Pausen tobt. Die Kinder und Jugendlichen bekommen Fahrräder, Taekwondo-Bekleidung und Fußballdressen, die sie bei Wettbewerben stolz tragen.

Solche Flüchtlingseinrichtungen sind zwar nicht die Regel, doch sie existieren. Freilich nicht in Ländern, in denen Asylwerber auf dem nackten Boden und unter freiem Himmel schlafen, wenn sie nicht das Glück haben, in einem Zelt oder auf einem Gang unterzukommen. Es gibt sie aber in Ländern wie der Türkei, Libanon und Jordanien, die Millionen Menschen aus den Krisen- und Kriegsregionen in der Nachbarschaft das Überleben sichern. Errichtet und betrieben werden sie mithilfe internationaler staatlicher und nichtstaatlicher Organisationen.

Wie man ein perfektes Flüchtlingscamp errichtet

Die Journalistin Mac McClelland besuchte für das New York Times Magazine im Vorjahr das Flüchtlingsdorf in Kilis, Türkei, nahe der Grenze zu Syrien, und schrieb darüber den Essay "How to Build a Perfect Refugee Camp". Reuters-Fotograf Muhammad Hamed wiederum war in den vergangenen Monaten mehrfach im Al-Zaatari-Camp in Mafraq, Jordanien. Auch dort zeigt sich, dass Flüchtlingen nicht nur ein Überleben, sondern auch ein Leben möglich ist, wenn der politische Wille der betroffenen Staaten, Staatenbünde und Hilfsorganisationen vorhanden ist.

Sehen Sie in der Folge Bilder aus Al Zaatari, Kilis und dem ebenfalls in der Osttürkei gelegenen Flüchtlingscamp Nizip. (mcmt, derStandard.at, 11.7.2015)

foto: reuters/muhammad hamed
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