Wikileaks veröffentlicht eine Million Mails von Hacking Team

10. Juli 2015, 15:03
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Datenbank erlaubt einfaches Durchsuchen – Verteidigungsministerium abonnierte Newsletter

Für den Spionagesoftware-Hersteller Hacking Team geht das Debakel infolge des Hacks der eigenen Systeme in die nächste Runde. Denn im 400 GB großen Datenschatz des Unternehmens, der weiterhin im Netz kursiert, befindet sich auch der E-Mail-Verkehr.

Der Kommunikation hat man sich nun bei Wikileaks angenommen. Die Plattform hat den digitalen Schriftverkehr – insgesamt rund eine Million Nachrichten – in eine Datenbank eingespeist und veröffentlicht.

Einfach durchsuchbar

Das macht es für neugierige User, Sicherheitsexperten und auch Journalisten erheblich einfacher, nach Informationen zu suchen. Denn die Katalogisierung ermöglichte auch die Anbindung an eine Suchfunktion. Mit dieser lässt sich nach Absender- und Empfängeradressen, Nachrichteninhalten und Dateianhängen suchen, etwa um herauszufinden, ob bestimmte Institutionen im Kontakt mit der umstrittenen Firma standen.

foto: screenshot/wikileaks
Drei Monate lang hatte das BMLVS den Hacking Team-Newsletter abonniert.

Verteidigungsministerium abonnierte Newsletter

Dabei tauchten bereits die ersten interessanten Funde auf. Heise berichtet etwa von einem Austausch zwischen Hacking Team und dem deutschen Bundeskriminalamt, das sich 2012 vor Ort über eine Software zur Fernsteuerung und Analyse von Systemen informierte. Da das BKA aber letztlich ein eigenes Tool entwickelte, dürfte es zu keinem Deal gekommen sein.

Auch eine E-Mail-Adresse des österreichischen Verteidigungsministeriums taucht im Datensatz auf. Diese stand im Werbeverteiler und war anscheinend nur Empfänger des Hacking Team-Newsletters, den man im Februar 2014 anforderte und drei Monate später mit den Worten "Please stop newsletter for this address. Thank you!" schon wieder abbestellte. (gpi, 10.07.2015)

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