Grüne kritisieren Benachteiligung älterer Lehrer

10. Juli 2015, 15:49
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Berufseinsteiger verdienen durch neues Lehrerdienstrecht in manchen Fällen mehr als bereits aktive Pädagogen

Wien – Die neue Kollegin verdient so viel wie der Lehrer, der schon länger im Dienst ist. Zu dieser kuriosen Situation kommt es mitunter an Schulen durch das neue Lehrerdienstrecht. "Das kann es nicht sein", sagt der grüne Bildungssprecher Harald Walser und fordert deshalb im Gespräch mit dem STANDARD Änderungen.

Im neuen Lehrerdienstrecht wird die Gehaltskurve der Pädagogen abgeflacht: Im alten Dienstrecht verdienen sie am Anfang wenig, der Lohn steigt alle zwei Jahre kontinuierlich. Laut der neuen Regelung, die ab 2019/20 verpflichtend gilt, sind die Einstiegsgehälter höher, der Lohn steigt allerdings nicht mehr so stark. Nur neue Lehrer können sich für das neue Dienstrecht entscheiden.

"Klare Benachteiligung"

Walser fordert nun, dass auch Lehrer, die bereits aktiv sind, das neue Dienstrecht wählen können. "Im Pflichtschulbereich kommt es klar zu Benachteiligungen, wenn bei annähernd gleicher Dienstverpflichtung unterschiedliche Gehälter ausbezahlt werden", begründen die Grünen in einem Entschließungsantrag ihre Forderung. Das Ministerium solle mit den Personalvertretern in Verhandlungen treten und den im alten Dienst stehenden Lehrkräften einen Wechsel anbieten.

Lehrergewerkschafter Paul Kimberger unterstützt den Vorschlag zwar, hält ihn im Gespräch mit dem STANDARD aber für unrealistisch. Das Ministerium habe die Forderung nach einem Optierungsrecht für alle Lehrer schon früher ausgeschlossen. Tatsächlich heißt es in einer Stellungnahme aus dem Bildungsministerium, dass Änderungen nicht zur Diskussion stünden. Altes und neues Dienstrecht seien nicht kompatibel, weil sie an andere Voraussetzungen gebunden seien. "Es ist gängige Praxis, ein Dienstrecht mit einem Stichtag zu ändern", sagt eine Sprecherin. Wenn alle Pädagogen in das neue Dienstrecht optieren könnten, wäre dies budgetär schwer planbar und sehr teuer. (koli, 10.7.2015)

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