Flüchtlingsboot auf dem Weg nach Griechenland gekentert

10. Juli 2015, 14:00
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Mindestens fünf Menschen gestorben

Athen/Genf – Mindestens fünf Menschen sind laut UN-Angaben beim Kentern eines Flüchtlingsboots auf dem Weg nach Griechenland umgekommen. 16 weitere Insassen würden vermisst, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Freitag in Genf mit.

Das kleine Boot mit bis zu 40 Flüchtlingen sei am Dienstag von der Türkei aus aufgebrochen. Türkische und griechische Rettungskräfte hätten bisher 19 lebende Schiffbrüchige sowie fünf Leichen geborgen.

Griechenland unter Druck

UNHCR-Sprecher William Spindler sagte, dass ungeachtet der Finanzkrise in Griechenland immer mehr Flüchtlinge aus Krisenregionen – vor allem aus Syrien – versuchen würden, in den südlichen EU-Staat zu gelangen. "Jeden Tag kommen derzeit fast 1.000 Menschen auf griechischen Inseln an. Seit Anfang des Jahres haben mehr als 77.100 Griechenland erreicht."

Ihre Versorgung bürde dem Land erhebliche Lasten auf. Tausende Flüchtlinge seien nicht menschenwürdig untergebracht und versorgt, besonders dramatisch sei die Lage auf der Insel Lesbos. "Man sollte erwarten, dass die EU ihre Möglichkeiten zur Nothilfe nutzt, denn Griechenland ist Teil der EU", sagte Spindler.

Zugleich berichtete der UNHCR-Sprecher von einer "enormen Solidarität der griechischen Bevölkerung". Viele Griechen würden Nahrung und Wasser mit Flüchtlingen teilen und deren Babys mit Milch versorgen. (APA, 10.7.2015)

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