"1979 Revolution" macht Spieler zu Zeugen der iranischen Revolution

Bericht20. Juli 2015, 10:58
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Serious-Game startet im Herbst und zeigt differenzierten Blick auf soziale Unruhen

"GTA"-Entwickler Navid Khonsari begibt sich mit seinem eigenen Entwicklerstudio Ink Stories in ein neues Terrain. "1979 Revolution" ist der Titel eines Adventure-Games, das nicht nur der Unterhaltung dient, sondern vor allem ein ganzheitliches Verständnis der iranischen Revolution vermitteln soll. Das Spiel handelt von den sozialen Unruhen de späten 70er-Jahre und versetzt die Spieler in die Rolle von verschiedenen Akteuren. Der Fokus soll nicht auf einer Partei liegen, sondern die Handlungsabsichten einzelner Akteure während der Revolution beleuchten und nachvollziehbar machen. Zu diesem Zweck wird es mehrere Episoden geben, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten veröffentlicht werden.

Nach zweijähriger Entwicklungszeit wurde nun erstmals ein Spieltrailer veröffentlicht. Die erste Episode soll diesen Herbst erscheinen.

Historische Ereignisse

Ein Hauptcharakter steht bereits fest. Als Spieler wird man den Fotojournalisten Reza in Teheran begleiten und dabei riskante Entscheidungen treffen müssen. Durch die Verknüpfung von Spielelementen mit realen Gegebenheiten werden geschichtliche Aspekte in den Vordergrund gerückt. Schießt Reza beispielsweise im Spiel ein Foto, erscheint daneben das Originalbild mit Informationen. Außerdem können Kassetten mit Propagandasprüchen des Landes abgespielt werden.

1979 revolution - the game

Schwieriger Werdegang

Schon vor vier Jahren gab Khonsari die Idee für die Entwicklung dieses Serious-Games bekannt. Für die Finanzierung startete er deshalb Ende 2013 ein Kickstarter-Projekt, bei dem er mittels Crowdfunding genug Geld für die Entwicklung generieren wollte. Nachdem dies nicht gelungen war, entschied man sich für einen alternativen Finanzierungsweg. Laut Khonsari sei genug Medienaufmerksamkeit generiert worden um private Geldgeber für sich zu gewinnen. "Wir haben das Geld privat aufgetrieben, durch Menschen die daran interessiert waren als Investoren mit an Bord zu kommen. Die meisten Spiele werden nicht durch diesen Weg finanziert."

Als Verräter beschimpft

Zur Mobilisierung möglichst vieler PC-Spieler wurde vor kurzem auf Steam eine Greenlight-Kampagne gestartet. Nicht bei allen stößt das Game aufgrund des ernsten Hintergrundes auf Begeisterung. In einigen iranischen Boulevardzeitschriften wurde Navid Khonsari wegen seines Spiels als Verräter beschimpft, weshalb er nicht mehr in seiner Heimat leben kann.

An der Entwicklung sind momentan 20 bis 22 Mitarbeiter beteiligt. Einer davon ist der Autor und Grafiker Brian Wood, der für die "DMZ"-Comicreihe bekannt ist. Gemeinsam mit Khonsari schreibt er am Drehbuch für das Spiel.

Für Motion-Capturing-Aufnahmen sind auch einige iranisch-amerikanische Schauspieler mit an Bord. Darunter Navid Negahban ("American Sniper"), Omid Abtahi ("Hunger Games"), Mary Apick ("Homeland") und Mozhan Marno ("House of Cards").

Erste Episode "Black Friday" soll auch auf Mandarin erscheinen

Nach Anlaufschwierigkeiten des Serious-Games "1979 Revolution" soll die erste Episode "Black Friday" nun im Herbst für Android, iOS, Mac und PC erscheinen. Das Entwicklerstudio Ink Stories führt zudem Gespräche mit Sony und Microsoft über eine Entwicklung für Konsolen. Details dazu sind bisher noch nicht bekannt.

Ein genaues Datum für die Veröffentlichung ist ebenfalls noch nicht genannt worden, wie aus einem Interview mit Eurogamer hervor geht. Der Erfinder des Spiels Navid Khonsari nennt als Grund dafür, dass man das Spiel in möglichst vielen Sprachen herausbringen will um möglichst weite Teile der Weltbevölkerung zu erreichen. Neben den großen Sprachen wie Englisch, Französisch oder Deutsch, soll das Spiel unter anderem auch auf Russisch oder Arabisch erscheinen. Auch über Mandarin denke man nach. (lmp, 20.07.2015)

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