Elektroindustrie mit gutem Jahr 2014

10. Juli 2015, 12:37
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Die Gesamtproduktion von Österreichs zweitgrößten Industriezweigs legte 2014 um 2,6 Prozent zu

Wien – Die Elektro- und Elektronikindustrie blickt zufrieden auf das Vorjahr zurück, für heuer ist sie optimistisch. Harsche Kritik gibt es an der Bildungspolitik, hier würde Österreich viel an Potenzial verlieren. "Das Schulsystem hat einen Output, den sich keine Firma leisten könnte", so Brigitte Ederer, Präsidentin des Fachverbandes der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI).

Die Gesamtproduktion von Österreichs zweitgrößten Industriezweigs legte 2014 um 2,6 Prozent auf 12,7 Mrd. Euro zu, die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich um 1,7 Prozent auf 60.135. Wachstumstreiber war einmal mehr der Export, der um vier Prozent nach oben kletterte. Bei all den guten Zahlen darf aber nicht übersehen werden, dass das Vor-Krisenniveau aus dem Jahr 2008 noch immer nicht erreicht wurde.

Das mit Abstand wichtigste Zielland blieb Deutschland mit einem Produktionsplus von 3,5 Prozent, gefolgt von den USA mit einem Zuwachs von 11,4 Prozent. Übertroffen wurde dies noch von der Nummer 3, Ungarn, mit einem Anstieg von 13,7 Prozent. Weniger Grund zu Jubeln gab es am Heimatmarkt, hier wurde ein Rückgang von 1,5 Prozent verzeichnet.

Für das heurige Jahr zeigte sich Ederer zuversichtlich, so würde die Produktion von elektronischen Bauelementen im 1. Quartal 2015 um 8,7 Prozent über dem Vorjahreswert liegen. Und dieser Sektor sei ein Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung. Insgesamt gab es beim abgesetzten Produktionswert in den ersten drei Monaten des heurigen Jahres einen Anstieg von 5,5 Prozent.

Appell an die Politik

Damit war es am Freitag, bei der Jahrespressekonferenz des FEEI schon vorbei mit den guten Nachrichten. Ederer und Fachverbands-Geschäftsführer Lothar Roitner appellierten einmal mehr leidenschaftlich an die Politik, das Bildungsangebot in Österreich zu verbessern – Österreich falle hier stetig zurück. "Wir müssen das Bildungshaus Österreich völlig neu bauen. (...) Die frühe Selektion reduziert gewissermaßen die Chancengleichheit und den Bildungserfolg der Schüler", so Ederer. Die Top-Managerin war unter anderem Personalchefin des Siemens-Konzerns mit rund 400.000 Beschäftigten weltweit.

Ederer betonte, dass hier sowohl Wirtschaftsvertreter als auch Gewerkschaften und Arbeiterkammer an einem Strang ziehen würden. Die Politik hingegen würde sich seit Jahrzehnten mit Nebenschauplätzen aufhalten. "Wir diskutieren über zwei Stunden", spielte Ederer auf die fruchtlose Diskussion über die Lehrerarbeitszeit an.

Ederer wurde dann auch gefragt, ob sie sich in der schwelenden Diskussion um Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) vorstellen könnte, ihm nachzufolgen (Ederer war vor ihrem Wechsel in die Privatwirtschaft Spitzenpolitikerin in der SPÖ, Anm.). Ihre Antwort darauf war klar: "Null." Sie sei 17 Jahre Berufspolitikerin gewesen, was das spannendste sei, was man machen könne – "aber auch das kränkendste". (APA, 10.7.2015)

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