10 Dinge, die Facebook-Mitarbeiter an ihrem Arbeitgeber hassen

10. Juli 2015, 13:23
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Eine Diskussion auf Quora gibt Einblick in den Alltag bei Zuckerbergs sozialem Netzwerk

Facebook gilt gemeinhin als einer der besten Arbeitgeber im Silicon Valley – ein Titel, um den auch Google und Apple rittern. Doch nicht allen Angestellten behagt die spezielle Atmosphäre, die bei den IT-Giganten vorherrscht. Unbedingter Arbeitseinsatz, hoher Druck und eine eigene Kultur, die vermeintliche Offenheit fördern soll: Nicht für jeden ein optimales Umfeld. Auch wenn die Bezahlung stimmt – allein Praktikanten sollen mehrere tausend Dollar monatlich erhalten; beschweren sich zahlreiche Facebook-Mitarbeiter nun auf Quora über ihr Arbeitsumfeld.

Spannender Einblick

Die Kritik sei wohl nicht repräsentativ, erklärt Business Insider, ein spannender Einblick aber allemal.

  1. Ständiger Druck: Mitarbeiter müssen laut Facebook-Entwickler Keith Adams ständig erreichbar sein. Immer wieder sind sie mehrere Wochen am Stück für den Betrieb des sozialen Netzwerkes zuständig, dann dürfen sie auch in der Freizeit nicht zu viel Alkohol konsumieren oder den Umkreis des Hauptquartiers verlassen.
  2. Keine Privatsphäre: Facebook-Mitarbeiter sollen ihre "Persönlichkeit herzeigen" und "sie selbst sein". Das schadet laut Angestellten der Professionalität, Konflikte werden schnell persönlich.
  3. Strukturen fehlen komplett: Facebook ist binnen kürzester Zeit enorm gewachsen. Allerdings wurden nur rudimentäre Organisationsstrukturen gebildet. So kommt es, dass Praktikanten manchmal wichtige Entscheidungen treffen, weil es für ihren Arbeitsbereich keinen eindeutigen Vorgesetzten gibt.
  4. Facebook-Mitarbeiter werden dauernd mit Beschwerden über Facebook konfrontiert: Das erzählt die Ehefrau eines Facebook-Programmierers auf Quora. Verwandte, Freunde, Bekannte: Wer erfährt, dass ihr Mann beim sozialen Netzwerk arbeitet, hält mit Beschwerden nicht hinterm Berg.
  5. Horrende, fachfremde Aufgaben: Eine Mitarbeiterin, die als persönliche Assistentin angestellt war, musste statt Termine zu organisieren plötzlich die Wäsche ihres Vorgesetzten sortieren – mitsamt dreckiger Unterwäsche seiner Frau.
  6. "Massen-Mitarbeiter-Haltung": Arbeitsplätze haben ein "Niemandsland" von genau 15 Zentimetern – teils sitzen die Angestellten zu hunderten in Großraumbüros, müssen sich aber aufs Programmieren konzentrieren.
  7. Nie "privat" auf Facebook: Nutzer werden auf Facebook ständig mit Arbeitsmeldungen konfrontiert, weil ein Großteil der Aufgaben durch Facebook-Gruppen(chats) organisiert ist. Wer im Urlaub ein Foto hochlädt, kriegt hunderte Anfragen zu Arbeitsproblemen.
  8. Tausende interne Mails: Zusätzlich hat Facebook laut Mitarbeitern einen "Fetisch", was interne E-Mails betrifft. Teilweise würden bis zu 1.600 Nachrichten am Tag eintrudeln, die sich ausschließlich mit Facebook-eigenen Vorgängen betreffen – und zwar nicht individualisiert, sondern per Verteiler an alle Mitarbeiter.
  9. Die Chefetage: Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg sind nur selten anwesend und viel zu viel mit außertürlichen Angelegenheiten beschäftigt, monieren Mitarbeiter. Sandberg konnte etwa ein Buch schreiben, während sie de facto Facebook leitete.
  10. Drama, Drama, Drama: Da Vorgesetzte oft nicht präsent sind und klare Strukturen fehlen, sind Scharmützel an der Tagesordnung. Das schreibt etwa der ehemalige Mitarbeiter Philip Su in einem Blogbeitrag. Der Ton der anderen Mitarbeiter sei oft "arrogant und unhöflich".

Facebook kein Einzelfall

Alle diese Beschwerden dürften wohl kein Einzelfall sein. Es gibt auch wütende Apple-Mitarbeiter, die ihrem Ärger mit Blogeinträgen Luft machen. Microsoft soll vor allem unter dem ehemaligen Chef Steve Ballmer "horrend" gewesen sein. Natürlich ist auch nicht zu erwarten, dass das Arbeiten in großen Konzernen anderer Branchen ein Zuckerschlecken ist: Investmentbanken hatten zuletzt etwa die Order ausgegeben, Praktikanten doch mindestens einen freien Tag pro Monat zu gönnen. (fsc, 10.7.2015)

  • Arbeiten bei Facebook: Kein Zuckerschlecken, wie zahlreiche Mitarbeiter berichten
    foto: dapd/gunn

    Arbeiten bei Facebook: Kein Zuckerschlecken, wie zahlreiche Mitarbeiter berichten

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