Plug-in-Hybrid, Elektro & Co: Angasen und rumstromern

Ansichtssache17. Juli 2015, 05:30
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Zum klassischen Verbrennungsmotor gibt es inzwischen eine erstaunliche Vielfalt an Alternativen. Zeit für eine kleine Marktübersicht von Fahrzeugen mit entsprechenden Antrieben: von Erdgas über Plug-in-Hybrid und Elektro bis hin zur langsam anlaufenden Wasserstoffära. Wir berichten über Vor- und Nachteile, von der Besteuerung bis zum Alltagsgebrauch.

Vor gar nicht allzu langer Zeit musste man Zug, Straßen- oder U-Bahn fahren, wenn man kein allzu schlechtes Gewissen wegen der eigenen Mobilität über weitere Distanzen haben wollte. Die alternativen Antriebe der 80er-Jahre fanden fast nur dann in den Pkw, wenn man sein Fahrrad in den Kofferraum wuchtete. Doch diese Zeiten sind nun endgültig vorbei. Nicht nur die konventionellen Antriebe werden stets sparsamer und emittieren immer weniger Schadstoffe, auch Strom, Gas und Wasserstoff dienen zunehmend als Energiequellen. Zeit, sich einen kleinen Überblick zu verschaffen, bei dem wir schon die herkömmlichen Hybridantriebe außen vor lassen. Sie aufzuzählen, würde einfach den Rahmen dieser Ausgabe sprengen. Denn jeder Hersteller, der auf sich hält, bietet zumindest ein System ähnlich dem Mild-Hybrid an, mit dem Honda gegen die Voll-Hybrid-Strategie von Toyota antreten wollte.

foto: toyota

Toyota ist schon einen Schritt weiter und bringt das Wasserstoffauto Mirai 2017 auch nach Österreich –Hyundai hat die ersten Fahrzeuge bereits am Markt und demnächst wird auch BMW folgen.

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foto: skoda

Wir indes beginnen unseren Überblick bei der wohl konventionellsten Art, ein Fahrzeug alternativ anzutreiben: Erdgas. CNG_- Compressed Natural Gas. Also jener Kraftstoff, der leichter als Luft ist und mit dem man auch in jede Tiefgarage fahren darf. Die Vorteile des Erdgasantriebs sind Reichweiten mit bis zu 1000 Kilometern bei den bivalenten Antrieben, dass die NoVA von den CO2-Werten im Erdgas- und nicht im Benzinbetrieb genommen wird und dass man mit Erdgas deutlich günstiger fährt als mit Benzin oder Diesel. Der Tankvorgang geht schnell und unkompliziert, der Motor läuft im Erdgasbetrieb sogar noch ruhiger als mit Benzin. Bleibt die Frage, warum die Technologie nicht wirklich schon zum Massenphänomen wurde, wie einst der Diesel. Wir haben nicht wirklich eine Antwort darauf, denn außer etwas mehr Gewicht hat der Antrieb eigentlich keine Nachteile.

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foto: fiat

Zu den großen Anbietern von Erdgasfahrzeugen zählt Fiat, die in Italien auch mit den LPG-Autos ein schönes Geschäft machen. Bei uns bietetn sie den 500 L (21.550 €), den Doblo (23.110 €), den Panda (15.040 €), den Punto (16.050 €) und den Qubo (17.480 €) an. Volkswagen hat den up! (13.300 €), den Golf (25.060 €) und den Caddy (20.602 €) mit bivalentem Erdgasantrieb im Programm. Das gleiche System treibt den Audi A3 Sportback g-tron (27.250 €) an, genauso wie die Erdgasmodelle von Seat – Mii (12.290 €) und Leon (21.600_€) – und den Škoda Citigo (12.390 €) sowie Octavia (22.870 €). Mercedes-Benz bietet die B-Klasse mit Erdgas-Antrieb an (34.500 €), Opel den Combo (24.060 €) und den Zafira Tourer (31.500 €).

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foto: bmw

Deutliche weiter in Richtung E-Mobilität gehen da natürlich die Plug-in-Hybride. Auch sie haben einen bivalenten Antrieb und nutzen E- und Verbrennungsmotoren. Auf der Habenseite stehen darum hohe Reichweiten durch den Verbrenner, emissionsloses und kostengünstiges Fahren mit dem E-Antrieb, durch den die NoVA wegfällt. Die Momente, wenn beide Motoren zusammen am Vortrieb arbeiten, sind oftmals durchaus kurzweilig. Nachteile des Systems sind hohe Kosten in der Anschaffung des Fahrzeugs und die Bereitstellung der Ladeinfrastruktur daheim.

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foto: volvo

Zu den Plug-in-Hybrid-Stars zählen sicher der BMW i8 (136.999,99 €). Mit dem X5 xDrive40e (69.900 €) folgt im November erstmals bei BMW_ein Plug-in-Hybrid für den Masseneinsatz. Audi bietet jetzt schon den A3 Sportback (39.900 €) mit diesem Antrieb an, der Q7 folgt Anfang 2016. Dann bringt VW auch den Passat als GTE, während der Golf GTE (39.380 €) jetzt schon am Markt ist. Volvo liefert den V60 (57.990 €) und den XC90 (77.800 €) mit Kabel aus, Porsche Cayenne (85.409,89 €) und Panamera (109.218,73_€), Mitsubishi den Outlander (39.900 €), Mercedes die S- (97.950 €) und die C-Klasse (52.040 €). Vergessen wir nicht auf den Primus, den Prius (37.920 €) von Toyota.

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foto: nissan

Die reinen E-Autos ersparen sich die Nachteile der Verbrenner. Dafür dauert es länger, bis sie getankt, also vollgeladen sind – und selbst dann schaffen sie nicht die Reichweiten aller anderen Systeme. Zudem sind die Fahrzeuge in der Anschaffung recht teuer – einmal abgesehen vom Renault Twizy (7.150 €), den dafür niemand als vollwertiges Auto bezeichnen würde. Renault hat aber auch die E-Alternativen Zoe (21.390 €) und Kangoo (24.360 €). Nissan bietet den Leaf (23.390 €) sowie den NV200 (20.590) und den NV200 Evalia (33.025 €) als E-Auto an. BMW ist mit dem i3 (35.700 €) mit von der Partie, Kia mit dem Soul EV (31.990 €), Mercedes-Benz wieder mit der B-Klasse (39.600 €), doch auch mit dem Vorgänger-Smart fortwo (19.420 €). Volkswagen elektrifiziert den Golf (36.200 €) und den up! (25.800 €). Den Anfang machten Mitsubishi i-MiEV (23.990 €) und seine Derivate von Citroën und Peugeot (29.640 €). Der Star im Segment ist dennoch der Quereinsteiger Tesla mit dem Model S (80.200 €). (Guido Gluschitsch, Rondomobil, 17.7.2015)

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