Peking: "Zeit"-Journalistin nach neun Monaten frei

10. Juli 2015, 06:42
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Haft wegen Vorwurf der "Unruhestiftung" wegen Unterstützung der Hongkonger Demokratie-Proteste

Peking – Die chinesische Journalistin und "Zeit"-Mitarbeiterin Zhang Miao ist freigelassen worden. Nach neun Monaten in Haft wurde die 40-Jährige am Donnerstagabend in Peking auf freien Fuß gesetzt, wie Diplomaten am Freitag berichteten.

Die Behörden hätten sich entschieden, keine Anklage zu erheben, berichtete die "Zeit" unter Hinweis auf ihren Anwalt. Ihr war "Unruhestiftung" vorgeworfen worden. Zhang Miao war im Oktober in Peking auf dem Weg zu einer Dichterlesung zur Unterstützung der prodemokratischen Proteste in Hongkong festgenommen worden.

Mehrmalige Verhöre

Die deutsche Botschaft begrüßte die Freilassung. "Wir sind erleichtert, dass es endlich zur Haftentlassung gekommen ist", hieß es in einer Mitteilung. Die Regierung habe sich "wiederholt und auf verschiedenen Ebenen für ihre Freilassung eingesetzt".

Nach ihre Festnahme war auch die "Zeit"-Korrespondentin Angela Köckritz, mit der Zhang Miao zusammengearbeitet hatte, mehrmals von der Polizei verhört und mit Konsequenzen bedroht worden. In einem aufsehenerregenden Artikel dokumentierte die deutsche Journalistin, die China inzwischen verlassen hat, im Jänner die Vorfälle.

In China waren im vergangenen Herbst landesweit Dutzende von Aktivisten wegen Sympathiekundgebungen für die Forderung der Hongkonger nach freien Wahlen festgenommen worden. (dpa, 10.7.2015)

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