Wella geht an deutsche Milliardärsfamilie

9. Juli 2015, 17:01
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Der Konsumgüterkonzern Henkel hat im Bieterrennen um Wella den Kürzeren gezogen. Procter & Gamble verkauft den Shampoohersteller an den US-Konzern Coty

Bangalore/Berline – Procter & Gamble (P&C) hat das Angebot für Wella vom US-Coty über insgesamt 12,5 Mrd. Dollar (elf Mrd. Euro) akzeptiert Coty wird von der deutschen Unternehmerfamilie Reimann kontrolliert. Das teilte P&G am Donnerstag mit. Es hatte sich bereits angedeutet, dass Coty der bevorzugte Bieter sein würde.

Ein Grund ist offenbar, dass Coty ein ganzes Bündel von Kosmetik-, Parfüm- und Haarpflegemarken übernehmen wollen, während Henkel Insidern zufolge nur an der Haarpflegesparte Wella interessiert war, deren Wert Experten auf fünf bis sieben Milliarden Dollar taxieren.

Coty wurde 1904 von dem französischen Parfümeur François Coty gegründet und gehört heute den Reimanns – einer der reichsten Familien in Deutschland. Sie hat vergangenes Jahr über ihren niederländischen Konzern D.E Master Blenders (Senseo) für fünf Milliarden Dollar das Kaffeegeschäft des US-Konzerns Mondelez mit den Marken Jacobs und Tassimo übernommen.

Die Reimanns haben ihr Vermögen mit dem Ludwigshafener Spezialchemiekonzern Benckiser und dessen Verkauf an den britischen Konsumgüterkonzern Reckitt Benckiser gemacht. An dem Hersteller von Calgon-Entkalker, Kukident-Zahnprothesenreiniger und Durex-Kondomen hält die Familie noch einen Minderheitsanteil.

P&G hatte vor drei Jahren ein Sparprogramm in Höhe von zehn Mrd. Dollar begonnen und einen kompletten Umbau beschlossen. Im vergangenen Jahr hatte P&G seine Batteriesparte Duracell an den Investor Warren Buffett verkauft. (Reuters, red)

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