Merkel forderte Bosniens Politiker zu Reformen auf

9. Juli 2015, 15:40
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Probleme müssten überwunden werden, sagte die deutsche Kanzlerin – Gespräche über die Beschäftigung von bosnischen Fachkräften in Deutschland

Sarajevo – Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei ihrem ersten Besuch in Bosnien-Herzegowina am Donnerstag die Politiker des Landes zu Reformen aufgefordert. In Bosnien-Herzegowina sehe man Probleme, die überwunden werden müssten. Durch die Entwicklung Bosniens könne die ganze Region gewinnen, betonte Merkel nach ihrem Treffen mit Mitgliedern des Staatspräsidiums in Sarajevo.

Die deutsche Kanzlerin bekundete gleichzeitig ihre Zufriedenheit über das Anfang Juni in Kraft getretene Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union. Es war bereits vor acht Jahren unterzeichnet worden. Der nächste Schritt sei die Aufnahme der Verhandlungen über den Status eines EU-Beitrittskandidaten, sagte Merkel mit dem Hinweis, dass gerade Berlin im Vorjahr die Initiative gestartet hatte, welche den EU-Annäherungsprozess Bosniens anspornen sollte.

Fachkräfte nach Deutschland

Mit Vertretern der bosnischen Regierung wurde nach Angaben Merkels auch über die Möglichkeiten gesprochen, Fachkräften aus Bosnien in Deutschland zu beschäftigen, wo es dafür einen Bedarf gebe. Dies könnte eine Perspektive bieten, meinte Merkel mit Blick auf die hohe Arbeitslosigkeit in dem Westbalkanland.

Zum 20. Jahrestag des Massakers in Srebrenica stellte Merkel fest, dass es Mut gebrauche, um eine Zukunft zu gestalten, in der so etwas nie mehr vorkomme. Dies sei ein weiteres Beispiel dafür, dass die europäische Perspektive sehr wichtig sei. Alle müssten die Richtung einschlagen, in welcher die Jugend eine Zukunft erhalten werde, welche sie verdiene. Sie hoffe, dass der Westbalkan zu einer im Frieden lebenden Region werde, sagte ferner Merkel.

Zum russischen Veto im UNO-Sicherheitsrat zu der geplanten Srebrenica-Resolution meinte Merkel, dass die Abstimmung gezeigt habe, dass es unterschiedliche Standpunkte gebe. Es wäre wesentlich, der Opfer zu gedenken, über die Vergangenheit zu reden und in die Zukunft zu blicken, unterstrich die deutsche Kanzlerin laut bosnischen Medienberichten.

Merkel kam nach ihrer Ankunft in Sarajevo am Donnerstag zunächst mit dem bosnischen Premier Denis Zvizdic zusammen. Im Laufe des Tages soll sie sich auch noch mit Familienangehörigen der Srebrenica-Opfer von der Opferorganisation "Mütter von Srebrenica" treffen und eine dem Massaker gewidmete Ausstellung besuchen.

Bosnien-Herzegowina war am Donnerstag die letzte Station der zweitägigen Balkan-Reise der deutschen Regierungschefin. Zuvor hatte Merkel bereits Albanien und Serbien besucht. (APA, 9.7.2015)

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