Die Fledermaus fragt, die fleischfressende Pflanze antwortet

9. Juli 2015, 18:02
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Um einander im Gewimmel des Dschungels zu finden, kommunizieren zwei sehr unterschiedliche Partner per Ultraschall

Greifswald/Erlangen – Die fleischfressende Kannenpflanze Nepenthes hemsleyana auf Borneo ist beim Beutemachen nicht so erfolgreich wie ihre Verwandtschaft. Dafür hat sie einen verblüffenden Trick auf Lager, um trotzdem an Nährstoffe zu gelangen. Dafür arbeitet sie mit einer Fledermausart zusammen.

Wie Forscher in "Current Biology" berichten, hat die Pflanze reflektierende Strukturen entwickelt, die auf den Ultraschallruf der Hardwick-Wollfledermaus (Kerivoula hardwickii) zugeschnitten sind. Die Fledermaus findet in den Kannen der Pflanze einen kühlen und insektenfreien Schlafplatz und hinterlässt dafür ihre nährstoffreichen Ausscheidungen.

Ein solches Mutualismus genanntes Zusammenspiel kommt in der Natur häufig vor. Die besondere Herausforderung, die die beiden Partner hier zu bewältigen haben, ist es, einander überhaupt zu finden. Die Kannenpflanze würde im artenreichen Gewimmel des Dschungels untergehen, würde sie durch die unverwechselbare Reflexion der Ultraschallrufe nicht auf sich aufmerksam machen. (jdo, 9. 7. 2015)

  • Gesucht – gefunden.
    illustration: schöner et al./current biolgoy, c.c. lee und m.d. tuttle

    Gesucht – gefunden.

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