BMW 2er Active Hybrid: Bayerns moderne Wasserkraftanlagen

9. Juli 2015, 16:11
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Der 2er Active Hybrid ist so weit fertig, dass wir bereits einen Prototyp fahren konnten. Nebenbei perfektioniert BMW die Wassereinspritzung für Ottomotoren

Wassereinspritzung. Nein, wir reden nicht von einem Volltreffer ins Ohr beim Spritzpistolen-Duell nach der Grillerei am Sonntag. Wir sind schon beim Thema Auto. Bei BMW, um genauer zu sein.

Die Bayern spritzen in hochgezüchtete Turbo-Ottos Wasser ein, um die Leistung zu steigern und gleichzeitig den Verbrauch zu senken. Doch halt, bevor sich Petrolheads jetzt reihenweise den Gartenschlauch in den Tank ihrer gechipten Schlitten stecken und der Oktanzahl entsagen: Benzin braucht der BMW schon noch. Wasser wird nur bei hohen Drehzahlen und Lasten und nur in geringen Mengen direkt in den Brennraum eingespritzt. Der BMW M4, der in der MotoGP als Safety Car eingesetzt wird, schöpft mit dem System bereits mehr Leistung und Drehmoment aus dem Motor.

Brennstoffzellenfahrzeug

Weil durch die direkte Wassereinspritzung die Temperatur im Brennraum um rund 25 Grad sinkt, steigt vor allem unter Volllast der Wirkungsgrad an, und die die Kompression kann deutlich erhöht werden.

Das Wasser, das in naher Zukunft bei diversen Downsizing-Motoren von BMW eingespritzt werden wird, muss man nicht selbst nachfüllen. Das System sammelt das Wasser, das durch Verdunstung in der Klimaanlage anfällt, in einem frostsicheren Tank. Ein weiterer Vorteil ist, dass dort quasi destilliertes Wasser abgeschieden wird, das frei von Salzen und Verunreinigungen ist.

Reines Wasser finden wir bei BMW bald aber auch an anderer Stelle. Im Auspuffrohr des Brennstoffzellenfahrzeugs, das die Bayern in absehbarer Zeit auf den Markt bringen werden – auch wenn nach inzwischen 30 Jahren ebendieses Versprechens mancher daran zweifeln möchte. Doch diesmal ist alles anders. Das System funktioniert bereits – in zwei je 245 PS starken 5er Gran Turismo, die BMW als Demonstrationsfahrzeuge aufgebaut hat.

Brennstoffzelle aus Japan

Als Teil der neuen Zusammenarbeit mit Toyota bekommt BMW die Brennstoffzelle von den Japanern, Toyota im Gegenzug Dieselmotoren mit dem Propeller.

Gleich zwei Fahrzeuge stellte BMW deshalb auf sein Testgelände in Miramas, weil sie unterschiedliche Tanks verbaut haben. Neben einem System mit 700 bar, wie es andere Hersteller auch verwenden, träumt BMW von seinem eigenen. Mit 350 bar bunkert dort BMW flüssigen Wasserstoff.

Das hat den Vorteil, das die Reichweite pro Tank auf über 500 Kilometer steigt, ohne dass der Tankvorgang länger dauert als ein paar Minuten. Auf der anderen Seite leert sich der Tank beim längeren Stehen von selbst, wenn sich der flüssige Wasserstoff erwärmt und ausdehnt.

Nächstes Jahr auf den Markt

Doch bis wir die ersten Brennstoffzellen-BMWs auf der Straße fahren werden, ist der 2er Active Tourer Plug-in-Hybrid schon längst unterwegs. Denn er wird wohl bereits nächstes Jahr auf den Markt kommen.

Er ist ein Allradler, bei dem die Vorderräder vom 1,5 Liter großen TwinPower-Turbo Dreizylinder-Benziner mit 136 PS angetrieben werden, die Hinterräder von einem 88 PS starken E-Motor.

Selbstredend wird er so Kunststücke können wie rein elektrisch fahren (38 Kilometer weit), die Batterie beim Fahren laden und was sonst noch an Fahrmodi zwischen den beiden Extremen liegt.

Erschwertes Gleiten

Individueller ist da ein System, bei dem BMW das Navigationsgerät mit dem Antrieb koppeln wird. Dabei stellt das System selbst sicher, dass etwa in Null-Emissions-Zonen genügend Ladung in der Batterie ist. Oder das System schaut sich die gesamte Strecke bis zum Zielort an und berechnet so für jeden Abschnitt, welche Antriebsart notwendig ist, um den Zielort am effizientesten zu erreichen.

Wenn da BMW nicht etwas übersehen hat. Denn mit den beiden Antrieben ist dieser Hybrid so dynamisch wie ein 225i. Sowohl die Beschleunigung als auch, den Fahrspaß und vermutlich sogar den Preis betreffend. Das erschwert das Gleiten natürlich sehr. (Guido Gluschitsch, 10.7.2015)

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BMW

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

  • BMW bringt in wohl nicht allzu ferner Zukunft die Brennstoffzelle auf die Straße. Ob der erste Wasserstoff-BMW wirklich so fein aussehen, bleibt offen.
    foto: bmw

    BMW bringt in wohl nicht allzu ferner Zukunft die Brennstoffzelle auf die Straße. Ob der erste Wasserstoff-BMW wirklich so fein aussehen, bleibt offen.

  • Wie der 2er Active Tourer Plug-in-Hybrid aussehen wird, wissen wir, darum zeigen wir, wie er funktioniert.
    foto: bmw

    Wie der 2er Active Tourer Plug-in-Hybrid aussehen wird, wissen wir, darum zeigen wir, wie er funktioniert.

  • Hier sehen Sie Details zur Wassereinspritzung.
    foto: bmw

    Hier sehen Sie Details zur Wassereinspritzung.

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