Gebühren: EU geht gegen Mastercard vor

9. Juli 2015, 15:23
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Höhe der Interbankenentgelte könnte Kunden und Geschäften schaden

Brüssel/Purchase (New York) – Wegen mutmaßlich zu hoher Gebühren nimmt die EU-Kommission das Kreditkarten-Unternehmen Mastercard ins Visier. "Wir haben zurzeit den Verdacht, dass Mastercard die Kosten für Kartenzahlungen künstlich in die Höhe treibt, was Verbrauchern und Händlern in der EU schaden würde", erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am Donnerstag in Brüssel.

Die Behörde schickte daher ein Beschwerdeschreiben an das Unternehmen, das nun Stellung nehmen kann.

Die Bedenken beziehen sich auf sogenannte Interbankenentgelte. Diese Gebühren fallen bei Käufen mit Geldkarten in Geschäften oder im Internet an. Die Bank des Händlers muss die Interbankenentgelte an die Bank des Karteninhabers zahlen. Ihrerseits stellt die Bank die Entgelte aber wiederum den Händlern in Rechnung, erläuterte die EU-Kommission.

Entscheidend ist, dass die Entgelte in verschiedenen Staaten verschieden hoch sind. Mastercard steht nun im Verdacht, die Nutzung von niedrigeren Gebühren im Ausland zu verhindern. Konkret wäre beispielsweise ein Laden in München daran interessiert, eine österreichische Bank mit der Abwicklung von Kartenzahlungen zu beauftragen, wenn die Entgelte in Österreich niedriger sind. Die Bank dürfte jedoch, so ist der Verdacht der EU zu verstehen, aufgrund von Vereinbarungen mit Mastercard dem deutschen Händler die niedrigeren Entgelte nicht anbieten.

Die EU-Kommission verdächtigt Mastercard daneben, einen künstlich erhöhten Mindestpreis für die Abwicklung von Transaktionen mit Karten aus Drittstaaten zu bestimmen. Dies beträfe etwa Zahlungen chinesischer Touristen in Berlin.

Letztlich könnte beides den Verbrauchern schaden, fürchtet die Kommission – weil die Läden die mutmaßlich zu hohen Gebühren wiederum auf die Kundschaft abwälzten. Europäische Verbraucher und Unternehmen nutzen laut Kommission Zahlungskarten für mehr als 40 Prozent ihrer bargeldlosen Zahlungen.

Mastercard bestätigte den Eingang des Brüsseler Schreibens. Das Unternehmen arbeite konstruktiv mit der EU-Kommission zusammen und habe die Bedürfnisse von Geschäftsleuten und Konsumenten im Auge, teilte eine Sprecherin mit. (APA, 9.7.2015)

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