Kärntner nach Haft in Thailand wegen Bankraubs in Tirol verurteilt

9. Juli 2015, 14:03
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Zu einer Zusatzstrafe von sieben Jahren und neun Monaten – 52-Jähriger musste sich vor Innsbrucker Landesgericht verantworten

Innsbruck – Nach einem Bankraub im Jahr 2008 in Tirol ist ein 52-jähriger Kärntner am Donnerstag am Landesgericht Innsbruck zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Es handelt sich um eine Zusatzstrafe, weil der Angeklagte bereits in Thailand wegen des Fälschens von Dokumenten zwei Jahre und drei Monate saß. Das Urteil war vorerst nicht rechtskräftig.

Zwar hatte der Mann das Urteil angenommen, der Staatsanwalt gab jedoch keine Erklärung ab. Die Geschworenen hatten den Mann einstimmig für schuldig befunden. Zehn Jahre Freiheitsstrafe seien laut Richter Günther Böhler das geringste Strafausmaß für die angeklagten Verbrechen gewesen. Da die Haft in Thailand dem Mann jedoch anzurechnen sei, bekam der 52-Jährige in Innsbruck lediglich eine Zusatzstrafe.

Nach Thailand abgesetzt

Der 52-Jährige hatte am 28. Februar 2008 eine Bankfiliale in Völs bei Innsbruck überfallen und dabei eine Kundin mit einem Messer bedroht. Er hatte rund 5.000 Euro erbeutet. Unmittelbar nach der Tat hatte sich der Mann nach Thailand abgesetzt, wo er im April 2013 verhaftete wurde, weil er sein Visum eigenmächtig verlängert hatte. Nach Verbüßen der Haftstrafe in Thailand stellte er sich dort den österreichischen Behörden.

Der Kärntner hatte sich zu Prozessbeginn schuldig bekannt. Er berichtete vor dem Richtersenat und den Geschworenen von den Haftbedingungen in Thailand. Bei voller Belegung seien dort 55 Männer in einer Zelle von rund 35 Quadratmetern untergebracht gewesen. In der Zelle gebe es nur eine einzige Toilette, die ein einfaches Loch im Boden sei, schilderte der 52-Jährige.

In seinem Schlusswort entschuldigte sich der Angeklagte bei den Betroffenen. "Was ich gemacht habe, kann man nicht entschuldigen. Es ist mir aber ein großes Anliegen, es trotzdem zu tun", meinte der 52-Jährige. "Ich werde meinen Weg zurück finden, und zwar auf ehrliche Art", fügte der Mann hinzu. (APA, 9.7.2015)

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