Junglehrer: Ministerium strebt Vereinfachung für Länder an

9. Juli 2015, 13:48
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Bildungsministerium will nach Kritik der Gewerkschaft Gespräche mit Bundeskanzleramt zu einer Generalvollmacht für Sonderverträge führen

Wien – Auf die Zuständigkeit der Länder und die Möglichkeit von Sonderverträgen verweist das Bildungsministerium bei Junglehrern, die bereits vor Abschluss ihres Studiums unterrichten. Das Ministerium will den Ablauf dafür nun vereinfachen. Die Gewerkschaft hatte darüber geklagt, dass diese Junglehrer nicht wie alle anderen ab Herbst neu angestellten Pädagogen das neue Lehrerdienstrecht wählen könnten.

Das neue Lehrerdienstrecht, das aufgrund der höheren Anfangsgehälter für Junglehrer attraktiv ist, gilt eigentlich erst ab 2019/20. Bis dahin haben neu eintretende Lehrer die Möglichkeit, unwiderruflich zwischen altem und neuem Dienstrecht zu wählen. Das gelte aber nicht für die Junglehrer ohne Abschluss, kritisierte die Lehrergewerkschaft, ihnen bleibe nur das alte Dienstrecht. Schon seit längerem unterrichten bei Lehrermangel kurz vor dem Abschluss stehende Studenten der Pädagogischen Hochschulen (PH) mit Sondervertrag an den Pflichtschulen.

Sonderverträge möglich

Im Bildungsministerium betont man, dass es für die Junglehrer "keinerlei Grund zur Sorge gibt". Die Lösung "liegt am Tisch", die zuständigen Länder müssten dies nur umsetzen, verweist Ressortsprecherin Susanne Preuer am Donnerstag auf die Möglichkeit von Sonderverträgen. Diese habe es per Einzelgenehmigung schon immer gegeben, etwa für Quereinsteiger, also wenn etwa bei Lehrermangel ein Wirtschaftswissenschafter an einer berufsbildenden höheren Schule Rechnungswesen unterrichte.

Für solche Einzelgenehmigungen benötige es die Zustimmung des Bundeskanzleramtes. Auch jetzt sei über solche Einzelverträge für Junglehrer ohne fertigen Abschluss die Aufnahme ins neue Dienstrecht möglich. Konkret müsse der Landesschulrat dem Bildungsministerium melden, für welche Pädagogen ein Sondervertrag benötigt wird und das Ministerium diese Verträge durch das Bundeskanzleramt bestätigen lassen.

"Um diesen Ablauf für die Länder zu vereinfachen sind wir in enger Abstimmung mit der Gewerkschaft in Gesprächen mit dem Bundeskanzleramt für eine Generalvollmacht für solche Sonderverträge", sagte Preuer, die einen Abschluss in Kürze erwartet. (APA, 9.7.2015)

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