Rihannas blutrünstiger Mord in der Upperclass

10. Juli 2015, 11:24
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Diskussion um neues Video zu Rihannas "Bitch Better Have My Money" und XXL-T-Shirts für Mädchen in Hotpants

Kompliziert und kontrovers: Brutal, verstörend, frauenfeindlich. So lauteten erste Reaktionen auf das Video zu "Bitch Better Have My Money" des US-amerikanischen Popstars Rihanna. Doch zahlreiche Kommentare, Blogs oder Tweets zeigen: So einfach ist es doch nicht. Die "Huffington Post" nannte das Video "brillant und kompliziert", das "People"-Magazin "vulgär" und für "Guardian"-Journalistin Barbara Ellen ist es schlichtweg "pure Frauenfeindlichkeit".

Rihanna hat neben Leo Berne und Charles Brisant bei dem Video selbst Regie geführt. Darin wird die Frau eines offenbar vermögenden Buchhalters entführt, der die von Rihanna dargestellte Kidnapperin offenbar bestohlen hat. Sie will durch die Entführung Rache üben, die am Ende des Videos noch grausamer wird.

Dass das Video frauenfeindlich sei, greift für Janell Hobson, Professorin für Women’s, Gender and Sexuality Studies an der University at Albany, zu kurz. Sie führt in ihrem lesenswerten Beitrag im Blog des "Ms. Magazine" einige Argumente gegen diese Lesart an, die den Kontext ausblende: Die Gewalt an dem reichen weißen Paar sei demnach auch ein Kommentar zu rassistisch motivierten Morden in den USA oder den universellen weißen Schönheitsidealen (die entführte Frau wird von dem Model Rachel Roberts dargestellt).

Nicht ohne meine Hotpants: Aufregung verursachte diese Woche eine Forderung einer Schulleiterin in Horb-Altheim in Baden-Württemberg. Man wolle zugunsten eines "gesunden Schulklimas" eine neue Kleiderordnung schaffen, die "aufreizende Kleidung" wie bauchfreie Tops oder Hotpants aus der Schule verbannt. Wer sich nicht daran hält, wird mit einem großen schuleigenen T-Shirt verhüllt. Unter dem Hashtag #hotpantsverbot gab es Einwände, Kommentare und ...

... Witze über die Pläne für die deutsche Werkrealschule, die – so betonte die Schulleiterin – auch Buben betreffen würden, wie sie in ihrem Brief an die Eltern der SchülerInnen später beschwichtigte.

Comic-Wettbewerb: Die UN präsentierte diese Woche die GewinnerInnen der "Comic and Cartoon Competition on Gender Equality in 2015". KunststudentInnen zwischen 18 und 28 sollten ihr Verständnis von Gleichberechtigung und Frauenrechten mit Cartoons oder Comics darstellen. Den ersten Platz gewann der Spanier Emilio Morales Ruiz mit diesem Comic:

Und so sehen die Zeichnungen der anderen GewinnerInnen aus. (red, 9.7.2015)

dieWochenschau versammelt einige feministische Debatten und Ereignisse der vergangenen Woche, die in Blogs, sozialen Medien oder anderen Zeitungen aufgetaucht sind.

  • Superstar Rihanna, 27, pfeift darauf, ein Role Model zu sein.
    foto: ap/desmond boylan

    Superstar Rihanna, 27, pfeift darauf, ein Role Model zu sein.

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