Stierhatz: Vier Minuten lang um das Leben laufen

Ansichtssache9. Juli 2015, 13:40
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In Spanien lassen sich jährlich noch immer zahlreiche Teilnehmer von Bullen durch die Straßen jagen. Die Kritik an der Tradition wird aber immer lauter

Wenn die erste Rakete in der Früh im spanischen Pamplona gezündet wird, dann treten die Polizisten zur Seite, die die Teilnehmer der jährlichen Stierhatz zurückhalten. Dann ist nämlich das Viehgatter offen und die Bullen beginnen ihren Lauf durch die Stadt. Eine zweite Rakete signalisiert, dass alle Tiere freigelassen wurden. Etwas mehr als achthundert Meter rennen dann sowohl die Stiere als auch die Menschen um ihr Leben – vier Minuten dauert das weltweit kritisierte Spektakel, an dessen Ende der Tod der Bullen während der Stierkämpfe in der Arena steht.

Die Tradition der Stierläufe geht laut spanischer Überlieferung auf das 14. Jahrhundert zurück. Damals mussten die Stiere möglichst schnell auf den Viehmarkt gebracht werden und die Besitzer setzten dafür Treibtaktiken, die auf Angst und Aufregung beruhten, ein. Junge Männer sprangen dabei immer wieder in die wildgewordene Stierherde, um ihren Mut unter Beweis zu stellen.

Kritik an Hatz

Geht es nach Tierschützern, dann würde die Tradition schon lange nicht mehr existieren. Jährlich demonstrieren Aktivisten im Vorfeld der achttägigen Jagd gegen die Veranstaltung – und bekamen dabei in den vergangenen Jahren immer mehr Hilfe von spanischen Politikern, die vor allem öffentliche Gelder nicht mehr für die Stierhatz und die Stierkämpfe ausgeben wollen.

Zudem ist das Treiben auch für Menschen gefährlich. Jedes Jahr verletzen sich Dutzende Touristen, die es nicht rechtzeitig hinter die Schutzgatter schaffen oder nach einem Sturz von den Tieren verletzt werden. Auch in diesem Jahr mussten bereits mehrere Läufer nach Hornstößen medizinisch behandelt werden. (bbl, 9.7.2015)

foto: epa/jesus diges
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