17-jähriger PSN-Hacker entgeht Haftstrafe, aber nicht dem Online-Pranger

9. Juli 2015, 11:27
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Zwei Jahre Bewährung für Kivimaki bei 50.700 Anklagepunkten

Ein 17-jähriger finnischer Hacker namens Julius Kivimaki, der geholfen hatte, über Weihnachten die Videospielnetzwerke Playstation Network und Xbox Live in die Knie zu zwingen, ist einer Haftstrafe entgangen. Die finnische Staatsanwaltschaft hatte 50.700 Anklagepunkte angeführt, letzten Endes sprach das Gericht eine zweijährige Bewährungsstrafe aus.

Kivimaki hatte mit weiteren Mitgliedern des Hacker-Kollektivs LizardSquad nicht nur Überlastungsangriffe auf die Server unternommen, sondern auch direkt Spielentwickler ins Visier genommen. So verursachte er unter anderem durch eine gefälschte Bombendrohung, dass ein Flug des damaligen Sony-Online-Entertainment-Chefs John Smedley per Notlandung abgebrochen werden musste. Überdies habe er persönliche Daten des Entwicklers gestohlen und weitere US-Bürger mit Fehlalarmierungen des Einsatzkommandos SWAT terrorisiert.

Angeprangert

Wie die Zeitung Kaleva meldet (via The Daily Dot) werden Kivimakis Internetaktivitäten künftig behördlich überwacht. In einem Interview mit Sky News Anfang des Jahres erklärte Kivimakis, dass die Angriffe auf PSN und Xbox Live auf Sicherheitsmängel hätten aufmerksam machen sollen. Kundendaten sind bei den DDOS- Attacken (distributed denial of service) jedoch nicht gestohlen worden.

Wenngleich der 17-jährige Finne vor Gericht mit einem blauen Auge davon gekommen ist, sieht er sich zumindest online nun heftigen Angriffen ausgesetzt. Der heutige Daybreak-Geschäftsführer Smedley prangerte Kivimaki öffentlich auf Twitter an. "Das ist das Stück Dreck, das mein Flugzeug heruntergebracht, meine Daten veröffentlicht und mir weitere Dinge angetan hat", schreibt Smedley.

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Sache nicht gegessen

Auf die Anmerkung eines Nutzers, dass persönliche Drohungen gegen einen Teenager nicht anzuraten sind, erklärte Smedley, dass er zwar einverstanden mit dem Rechtssystem sei, für ihn die Angelegenheit aber noch nicht vorüber ist. "Keine Drohungen abgesehen davon, dass ich ihn wissen lassen möchte, dass ich nicht locker lasse und, wenn es sein muss, zivilrechtliche Schritte unternehmen werde", so der Entwickler.

Kivimaki antwortete nicht direkt auf die Tweets, sondern teilte lediglich einen Beitrag seines Kollektivs Lizard Squad mit dem Verweis auf das MC-Hammer-Musicvideo zu "U Can't touch this". (zw, 9.7.2015)

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    foto: sky news
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