Mann betäubt Freundin, um in Ruhe zocken zu können

9. Juli 2015, 10:30
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Mischte K.-o.-Tropfen in den Tee, Gericht: Vorsätzliche Körperverletzung

50 Tagessätze zu je zehn Euro: Diese Strafe muss ein 23-jähriger Deutscher abstottern, weil er seine Freundin vorsätzlich mit K.-o.-Tropfen betäubt hat. Der Grund: Er wollte in Ruhe mit seinen Freunden Videospiele konsumieren, worüber sich die Freundin allerdings aufregte. Der Vorfall ereignete sich im vergangenen August. Nach zehn Stunden Arbeit kam die Freundin gegen 22 Uhr nach Hause und traf auf eine Gruppe videospielender Jungs. Sie forderte ihren Freund auf, dessen Kumpels rauszuhauen, damit sie in Ruhe schlafen könnte. Der machte ihr erst einmal einen Tee – und gab "vier bis fünf Tropfen" hinein.

Immer weggenickt

Daraufhin hatte er tatsächlich seine Ruhe – denn die Freundin schlief bis zum Mittag des nächsten Tages. "Ich bin dann mit dem Auto zur Arbeit gefahren, aber auch immer wieder weggenickt", gab die 24-Jährige laut DerWesten vor Gericht an. Ihr damaliger Lebensgefährte soll daraufhin seine Tat gebeichtet haben. Er selbst nehme die Tropfen regelmäßig, um schlafen zu können. Dabei verwende er "die zehnfache Menge". Auch vor Gericht zeigte sich der Mann reumütig.

Tut nicht weh, ist aber Körperverletzung

Eine Haaranalyse belegte dann vor Gericht, dass der Mann seine Freundin tatsächlich betäubt hatte. Gleichzeitig wurde der Mann vom Vorwurf einer wiederholten Handlung freigesprochen: Die K.-o.-Tropfen kamen nur einmal zum Einsatz. "Ihre Freundin hat zwar lange und tief geschlafen, was nicht weh tut, doch es handelt sich sehr wohl um eine vorsätzliche Körperverletzung", attestierte der Richter. Der Verurteilte war zum damaligen Zeitpunkt drogensüchtig, mittlerweile ist er clean. Auch deshalb fiel die Strafe dann doch relativ milde aus. Für welches Videospiel der Mann seine Freundin betäubt hatte, ist nicht bekannt. (fsc, 9.7.2015)

  • Welches Spiel der Übeltäter gezockt hat, ist unklar (Symbolbild).
    foto: ap/sarbach

    Welches Spiel der Übeltäter gezockt hat, ist unklar (Symbolbild).

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