Wien-Wahl: Das Duell, das keines ist

Kommentar8. Juli 2015, 17:39
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Es wird weiterhin einen deutlichen Abstand zwischen SPÖ und FPÖ geben

Da ist sie also wieder einmal, die Ansage von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, Wiener Bürgermeister werden zu wollen. Gebetsmühlenartig wiederholt er sein Ziel – seit Jahren. Ist die Wien-Wahl vorbei, wird man aber auch heuer so schnell gar nicht schauen können, wie sich Strache in den Nationalrat zurückziehen wird. So war es auch in den vergangenen Jahren.

Dennoch wird allseits das Duell zwischen Strache und Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) ausgerufen. Das ist verwunderlich. Ja, die SPÖ wird Mandate einbüßen. Ja, die FPÖ wird wohl dazugewinnen. Aber es wird – so lauten die Prognosen – nach wie vor einen deutlichen Abstand zwischen SPÖ und FPÖ geben. Ein Duell, das also gar keines ist? Umso ärgerlicher, dass selbst die SPÖ den Freiheitlichen in die Hände spielt, indem sie etwa kürzlich eine Fibel mit Sprüchen gegen die Blauen präsentierte. So eine massive Gegenwehr gibt es ja bei sonst keiner Partei. Alles nur wegen der Mobilisierung der eigenen Wahlhelfer?

In welche Richtung der Wahlkampf der Wiener FPÖ gehen wird, lässt ein Blick auf die Kandidatenliste erahnen. Maximilian Krauss erhält ein Fixmandat, vor ihm ist die Nationalratsabgeordnete Dagmar Belakowitsch-Jenewein gereiht. Beide Politiker machten mit ausländerfeindlichen Aussagen auf sich aufmerksam. Für Plakate und Slogans ist wieder Generalsekretär Herbert Kickl zuständig. Das Duell um Wien? Er wird es sicherlich forcieren. (Rosa Winkler-Hermaden, 8.7.2015)

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