Ein Überraschungsgast im Wimbledon-Halbfinale

8. Juli 2015, 17:18
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Gasquet besiegt French-Open-Sieger Wawrinka 11:9 im fünften Satz und trifft jetzt auf Djokovic, Federer auf Murray

London – Richard Gasquet hat im Viertelfinale des Grand-Slam-Turniers von Wimbledon für eine Überraschung gesorgt. Der 29-jährige Franzose rang am Mittwoch den als Nummer vier gesetzten Schweizer Stanislaw Wawrinka in einem Fünf-Satz-Krimi nieder. In den übrigen Matches zogen die favorisierten Novak Djokovic, Roger Federer und Andy Murray jeweils mit Drei-Satz-Siegen ins Semifinale ein.

Entscheidendes Break bei 10:9

Am Ende blieben die vier topgesetzten Herren im Semifinale von Wimbledon doch nicht unter sich. Denn Richard Gasquet, die Nummer 21 des Turniers, entschied den Thriller gegen den als Nummer vier gesetzten Schweizer Stan Wawrinka 6:4, 4:6, 3:6, 6:4, 11:9 für sich. "Das ist ein unglaublicher Sieg für mich. Ich wollte unbedingt gewinnen und habe gekämpft und gekämpft", sagte Gasquet.

Im fünften Satz gelang ihm beim Stand von 10:9 mit dem dritten Matchball das entscheidende Break, er zog zum zweiten Mal nach 2007 ins Wimbledon-Halbfinale ein. Auf dem Weg in sein erstes Grand-Slam-Finale bekommt es der 29-Jährige nun mit Titelverteidiger Novak Djokovic zu tun. Der serbische Weltranglistenerste hatte beim 6:4, 6:4, 6:4 gegen den Kroaten Marin Cilic weniger Mühe als mit Achtelfinalgegner Kevin Anderson und blieb auch im 13. Duell mit dem als Nummer neun gesetzten Cilic ohne Niederlage.

Mit jeweils einem Break im ersten (zum 2:1), zweiten (5:4) und dritten Satz (4:3) gelang dem 28-Jährigen, der selbst keine einzige Breakchance zuließ, der 50. Matchgewinn in Wimbledon. "Das war eine solide Leistung von mir", sagte Djokovic.

Federer und Murray ungefährdet

Zuvor mussten am Nachmittag die Partien von Federer und Murray wegen Regenschauern gleich zweimal unterbrochen werden. Die Nummern zwei und drei des Turniers ließen sich bei ihren Viertelfinal-Partien vom Geduldsspiel aber nicht beeindrucken und kamen jeweils in drei Sätzen weiter. Federer ließ dem Franzosen Gilles Simon beim 6:3, 7:5, 6:2 keine Chance und steht zum zehnten Mal in seiner Karriere beim bedeutendsten Tennisturnier der Welt in der Runde der letzten vier.

"Es ist nie leicht mit diesem Stop and Go. Du weißt nie, wann es weitergeht", gestand Federer. "Aber die Pausen haben mir mehr geholfen als mich behindert. Ich bin mit den Bedingungen ganz gut zurechtgekommen", sagte der 33-Jährige nach der Partie, in der er beim Stand von 3:0 im ersten Satz zum ersten Mal zurück in die Umkleidekabine musste.

Im zweiten Durchgang wiederholte sich das Schauspiel bei 6:3, 6:5 noch einmal. Doch Federer schienen die Pausen völlig egal zu sein. Zumindest musste Federer im zweiten Satz zum ersten Mal im ganzen Turnier sein Aufschlagspiel abgeben (0:40 zum 5:5). In seinem 37. Semifinale bei einem Grand-Slam-Turnier trifft der Schweizer am Freitag auf Murray. Der 28-jährige Olympiasieger bezwang den Kanadier Vasek Pospisil 6:4, 7:5, 6:4 und ließ dabei nur eine Breakchance zu.

Achter Wimbledon-Triumph für Federer in Reichweite

Vor den Augen von Prinz William, dessen Frau Kate und dem ehemaligen Nationalspieler David Beckham verwandelte Murray nach 2:13 Stunden seinen zweiten Matchball und ließ sich von den Zuschauern auf dem Centre-Court feiern. "Ich hoffe, dass wir am Freitag ein gutes Match sehen werden", sagte Murray mit Blick auf das Duell mit Federer, der meinte: "Ich fühle mich noch frisch und habe genug Energie im Tank für ein hoffentlich großartiges Match gegen Andy."

12:11 führt der Schweizer im direkten Vergleich und ist vom achten Wimbledon-Triumph nur noch zwei Siege entfernt. So oft hat noch nie jemand das älteste Tennisturnier der Welt gewonnen. (sid, 8.7.2015)

  • Richard Gasquet gab alles, ...
    foto: reuters/wermuth

    Richard Gasquet gab alles, ...

  • ... es sollte sich auszahlen.
    foto: apa/epa/arrizabalaga

    ... es sollte sich auszahlen.

  • Roger Federer von seiner besten Seite und zum zehnten Mal im Halbfinale von Wimbledon.
    foto: reuters/wermuth

    Roger Federer von seiner besten Seite und zum zehnten Mal im Halbfinale von Wimbledon.

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