Brics-Staaten gründen eigene Entwicklungsbank

8. Juli 2015, 16:32
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Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika wollen damit ein Gegengewicht zu Weltbank und IWF erzeugen

Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika (Brics) gründen ihre eigene Bank. Ziel ist die Schaffung eines Gegengewichts zu Weltbank und IWF. Die "New Development Bank" der Brics-Staaten wird in den nächsten Jahren mit insgesamt 100 Milliarden Dollar Kapital ausgestattet, die Hauptlast trägt China (41 Milliarden Dollar).

Der Bank kommen dabei zwei Hauptaufgaben zu: Sie soll als finanzieller Sicherheitspolster dienen und Großprojekte finanzieren. Sicherheitspolster bedeutet dabei nicht nur die Unterstützung eines Teilnehmerlands in finanziellen Turbulenzen, sondern auch die Erleichterung des Handels und der Kreditvergabe zwischen den Mitgliedern und die Stützung der einzelnen Währungen. "Der Westen nutzt immer häufiger internationale Finanzinstitute als Druckmittel", sagte der Sekretär des russischen Sicherheitsrats, Nikolai Patruschew. 3,5 Billionen Dollar seien in den letzten zehn Jahren aus den Brics-Staaten abgezogen worden, davon die Hälfte in den vergangenen drei Jahren. Eine eigene Bank werde die Abhängigkeit vom Westen verringern, meinte er.

Sollten zunächst Infrastrukturobjekte im Mittelpunkt stehen, so hat sich Russlands Vizefinanzminister Sergej Stortschak nun für die vorrangige Finanzierung von Hightech-Projekten ausgesprochen. Diese rentierten sich deutlich schneller, sagte er. Russland denkt dabei vor allem an Investitionen im Energiesektor, die übrigen Brics-Länder sind allerdings deutlich weniger von der Rohstoffförderung abhängig. Infrastrukturprojekte bleiben daher ein wichtiges Kapitel für die Bank.

Griechenland keine Priorität

In jedem Fall soll sich die Bank auf Projekte der Mitglieder fokussieren, auch wenn später eine Ausweitung auf andere Länder möglich ist. Prinzipiell steht die Brics-Bank auch Beitritten anderer Länder gegenüber offen. Griechenland hat bereits Interesse bekundet. Die Begeisterung der Brics hält sich hingegen in Grenzen: Russlands Präsidentenberater Juri Uschakow sagte, er wisse um Athens Beitrittswünsche, aber die Bank "wird ihre Tätigkeit nicht mit Griechenland beginnen, sondern eigene Aufgaben und Probleme lösen". (André Ballin aus Moskau, 9.7.2015)

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