"Mama gegen Papa": Rabeneltern im Rosenkrieg

8. Juli 2015, 17:52
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Scheidungskomödie von Martin Bourboulon mit Marina Foïs und Laurent Lafitte

Wer seine Kinder loswerden will, hat mehrere Möglichkeiten. Eine davon ist, sie im Zuge der Trennung an den ehemaligen Partner abzuschieben. Denn dann steht der internationalen Karriere, etwa als Ingenieurin oder als Gynäkologe, nichts mehr im Weg. Oder jedenfalls die eigenen Kinder nicht mehr, um die sich fortan gefälligst der andere kümmern soll.

So schenken Florence (Marina Foïs) und Vincent (Laurent Lafitte) dem Nachwuchs kräftig ein, um möglichst viele Sympathiepunkte zu verlieren. Und weil beide denselben Plan verfolgen, stellen sich die drei Kinder recht bald die Frage, bei welchem der beiden Elternteile als kleinerem Ekel sie den Rest ihrer Jugend verbringen wollen. Denn dem Erfindungsreichtum von Mama und Papa sind zwar Grenzen gesetzt, doch von miserablen Kochkünsten, peinlichen Auftritten auf Partys bis zu heimtückischen Fouls beim Paintball-Ausflug reicht die Palette allemal.

Kleine Gemeinheiten

Solange die Rabeneltern mit ihren kleinen Gemeinheiten kreativ bleiben, funktioniert auch Papa gegen Mama (Regie: Martin Bourboulon) als Scheidungskomödie leidlich gut. Aber weil im Gegensatz zum Rosenkrieg unter Erwachsenen die gegen Kinder einzusetzenden Mittel doch beschränkt sind – und zunehmend albern werden -, machen sich bald erste Abnützungserscheinungen breit.

Für Marina Foïs und Laurent Lafitte dennoch eine gute Gelegenheit, das Potenzial an Situationskomik auszuschöpfen. Und wenigstens wird am Ende nicht auch noch die Moralkeule geschwungen. Ein Film für alle, die zusammenbleiben wollen. (pek, 8.7.2015)

  • Spülmittel in der Pasta ist noch das kleinere Übel: Kochender Ehestreit in "Mama gegen Papa".
    foto: tobis

    Spülmittel in der Pasta ist noch das kleinere Übel: Kochender Ehestreit in "Mama gegen Papa".

  • vipmagazin

    Trailer zu "Mama gegen Papa".

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