HCB: Kein stark belasteter Blaukalk mehr in Zementwerke

8. Juli 2015, 15:36
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Bei Rundem Tisch zu HCB und Giftmülldeponie Brückl wurden Szenarien für die Zukunft diskutiert – Entscheidung wird noch länger auf sich warten lassen

Klagenfurt/Wien – Es soll künftig kein stark belasteter Blaukalk mehr in Zementwerken entsorgt werden. Das ist ein Ergebnis eines Runden Tisches zu HCB und dem weiteren Vorgehen rund um die Giftmülldeponie Brückl, der am Mittwoch in Klagenfurt stattgefunden hat. Diskutiert wurden acht Szenarien für die Zukunft der Deponie, eine Entscheidung wird aber wohl noch länger dauern.

Die Szenarien werden nun zunächst nach medizinischen Aspekten bewertet. "Die Menschen im Görtschitztal sind physisch wie psychisch vorbelastet", sagte Umweltlandesrat Rolf Holub (Grüne) nach dem Runden Tisch vor Journalisten. Daher müsse man erhöhte Vorsicht walten lassen. Greenpeace-Chemiker Herwig Schuster sagte, man müsse den belasteten Kalkschlamm verbrennen oder deponieren. Die Szenarien sehen alle eine dieser beiden Möglichkeiten bzw. diverse Mischvormen vor. Sicher sei bisher nur eines: "Stark belasteter Blaukalk kommt nicht mehr in ein Zementwerk." Er müsse entweder unter Tage gelagert oder in einer Müllverbrennungsanlage entsorgt werden.

140.000 Tonnen unterschiedlich kontaminierter Blaukalk lagert noch in Brückl. Ein Szenario sieht etwa vor, eine Verbrennungsanlage direkt vor Ort zu errichten und das gesamte Material dort aufzuarbeiten. Andere Varianten gibt es mit einer weiteren Verbrennung gering belasteten Kalks im Zementwerk Wietersdorf oder auch eine Verbrennung des gesamten Blaukalks in Müllverbrennungsanlagen wäre denkbar, allerdings müsste man hier noch bezüglich der Kapazitäten Überlegungen anstellen. Und man müsse die Bevölkerung in der Entscheidung einbinden, etwa via Mediation, hieß es.

Hans-Peter Hutter von der Med-Uni Wien sagte, man schaue sich an, welche Schadstoffkonzentrationen den Görtschitztalern überhaupt noch zumutbar sind. "Der Fokus liegt auf Kindern und Risikogruppen wie Älteren und Kranken." Als erstes werde man sich den Luftschadstoffen widmen. Wichtig sei, dass niedrigere Werte als anderswo eingehalten würden. Messergebnisse und das gesamte Prozedere soll für die Bevölkerung dann auch transparent dargestellt werden.

Die kalkulierten Kosten der verschiedenen Szenarien liegen im Bereich zwölf bis 30 Millionen Euro. Die Finanzierung ist prinzipiell Sache der Donau Chemie, weil die Giftmülldeponie von einem ihrer Werke stammt. "Ohne Hilfe des Bundes wird es aber nicht gehen", meinte Holub. Entsprechende Förderverhandlungen seien bereits im Laufen. Die gesundheitliche Bewertung der Szenarien wird frühestens Ende August vorliegen. Dann soll erneut ein Runder Tisch stattfinden. (APA, 8.7.2015)

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