Italiens Kulturminister sagt Massentourismus den Kampf an

8. Juli 2015, 13:29
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Regierung in Rom will sich für qualitativ hohen Fremdenverkehr einsetzen

Rom – Italiens Kulturminister Dario Franceschini sagt dem Massentourismus in den italienischen Kunststädten den Kampf an. Die italienische Regierung wolle sich von nun an für einen qualitativ hohen Fremdenverkehr einsetzen, indem das Kulturangebot stärker gefördert werde, sagte der Minister.

"Nach Italien müssen wieder gebildete Reisende zurück und wir müssen sie über das Dreieck Rom-Venedig-Florenz hinwegbringen. Wir müssen den Ausländern die unglaublichen Schätze zeigen, die nur wenige besichtigen", sagte Franceschini im Interview mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica" am Mittwoch. Man denke an das Schloss von Caserta und an die Bronzestatuen von Riace im süditalienischen Kalabrien, meinte der Minister.

Touristen sollen "Juwelen" entdecken

"Ich bin nicht an dem Chinesen interessiert, der aus dem Kreuzfahrtschiff aussteigt, sich zu einem Outlet führen lässt, das Kolosseum fotografiert und wieder wegfährt. Wer nach Italien reist, muss unsere Juwelen entdecken können", sagte Franceschini. Die italienische Regierung habe einen Teil der EU-Fonds kleineren Denkmalorten mit großem Entwicklungspotenzial zugeschanzt. "Auch Florenz und Venedig haben wunderbare Orte, die niemand besichtigt", betonte Franceschini.

Die Regierung wolle sich unter anderem um die touristische Förderung eines 800-Kilometer-Netzes historischer Bahnen bemühen. In Hinblick auf das vom Papst im kommenden Dezember ausgerufene Jubiläumsjahr solle außerdem ein Pilgerweg bis in die apulische Region eingeweiht werden, der mit dem Jakobsweg konkurrieren soll. (APA, 8.7.2015)

  • "Nach Italien müssen wieder gebildete Reisende zurück und wir müssen sie über das Dreieck Rom-Venedig-Florenz hinwegbringen", sagte Kulturminister Dario Franceschini.
    foto: apa/epa/alessandro di meo

    "Nach Italien müssen wieder gebildete Reisende zurück und wir müssen sie über das Dreieck Rom-Venedig-Florenz hinwegbringen", sagte Kulturminister Dario Franceschini.

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