Haute Couture in Paris: Zockende Bräute und blanke Rücken

8. Juli 2015, 15:08
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Die Schauen in Paris sind in vollem Gang, Großmeister wie Versace, Dior und Chanel haben ihre Kollektionen schon vorgestellt

Als eine der Ersten zeigte Sonntagabend Donatella Versace ihre Atelier Versace-Kollektion. Bei der Show ging richtig die Post ab: Zu einem musikalischen Wumm-Wumm schickte die italienische Designerin langhaarige Models mit Mittelscheitel und Kränzen rund um den Kopf über den Laufsteg.

Sie präsentierten pastellige Seidenkleider mit gestickten Blüten, aber auch Bondage-artige Modelle und bauschige Roben, die mit ihren gefetzten Stoffen fast wie aus Federn gemacht schienen. Dazu gab es viel Transparenz, Plateaustiefel aus Lackleder und Pailletten.

fotos: l. u.r.: reuters/charles platiau, m.: apa/epa /hendrik ballhausen
Atelier Versace

Das Modehaus Schiaparelli wartete mit seinem neuen Kreativdirektor, dem Franzosen Bertrand Guyon, auf. Er zeigte eine gelungene Kollektion: fließende, am Rücken tief ausgeschnittene Seidenabendkleider und auch karierte Hosenanzüge und Brokatjacken. Einige Blousonjacken schimmerten wie glitzerndes Wasser.

Wie gewohnt mit dabei: eine Robe im typischen Schiaparelli-Pink, aufgestickte Applikationen und Reliefstoffe. Der von Valentino kommende Designer bekam nach der Schau für den Auftritt viel Lob. Sein Stil wirkte um einiges milder als jener von Vorgänger Marco Zanini.

foto: schiaparelli
Schiaparelli
fotos: schiaparelli (l.), apa/epa/etienne laurent,
Schiaparelli

Raf Simons zeigte für Dior eine kleine Hommage an französische und flämische Kunst. Besonders der Pointillismus hat es ihm angetan, wie die leichten Sommerkleider mit Blütenmotiven beweisen. Zu sehen gab es auch gotisch anmutende weite Umhänge mit Fell-Elementen, bodenlange Samtkleider und fedrig wirkende Modelle.

fotos: apa/epa/caroline blumberg
Dior

Giorgio Armani griff heuer kräftig in den Farbtopf. Die Armani Privé-Kollektion lehnte sich mit knalligen Tönen und markanten Schulterpolstern an die 1980er-Jahre an. Der Großteil der Modelle wirkte pompös gefiedert, kombiniert mit Samthosen. Dazu gab es übergroße Neonohrringe.

fotos: ap/thibault camus
Armani Privé

Karl Lagerfeld trumpfte für Chanel wieder einmal richtig auf und inszenierte die Show an Casino-Spieltischen im Grand Palais. Der Designer hatte für die kommende Herbst/Winter-Kollektion mit einer 3-D-Technik gearbeitet, bei der die Stoffe mit einem Laser bearbeitet worden waren.

Zu sehen waren Kleider mit viel Tüll und Federn und klassische Modelle wie die Chanel-Jacken, die durch die neue Technik reinterpretiert und aufgeplustert wurden. Model Kendall Jenner war dieses Mal die Braut in Weiß und zeigte einen adretten Anzug mit Schleppe.

Mittwochabend war Lagerfeld noch einmal an der Reihe: Mit Pelz-Couture für Fendi. Der Anlass: Lagerfelds 50-jähriges Jubiläum als Fendi-Designer. Tierschützer gratulierten sicher nicht. (Marietta Adenberger, 9.7.2015)

fotos: l. u.m.: apa/epa/ian langsdon, r.: ap/thibault camus
fotos: l. u.r.: apa/epa/ian langsdon, m.: reuters/stephan mahe
foto: apa/epa/ian langsdon
foto: apa/epa/ian langsdon
In der Casino-Kulisse nahmen Oscar-Preisträgerin Julianne Moore (Mitte), ihre Kollegin Kristen Stewart (links) und Model Lara Stone (rechts) Platz. Nicht auf dem Foto: Geraldine Chaplin sowie Vanessa Paradis mit ihrer 16-jährigen Tochter Lily Rose Depp, die ebenfalls zockten.
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