Platter über Bildungsreform: "Letzte Chance der Regierung"

8. Juli 2015, 14:36
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Arbeitsgruppe soll bald in neuer Zusammensetzung tagen, Tiroler Landeshauptmann fordert "Veränderungswillen"

In den Büros der Bildungsreformer wird derzeit emsig nach Terminen gesucht. Denn möglichst bald und jedenfalls in den kommenden Wochen soll es zu einem ersten Zusammentreffen der Arbeitsgruppe in neuer Zusammensetzung kommen.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter ersetzt dort seit Freitag Niederösterreichs Landeschef Erwin Pröll (beide ÖVP) – nachdem dieser zuvor zusammen mit dem burgenländischen Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) wegen inhaltlicher Differenzen ausgeschieden war. "Dass sie die Arbeitsgruppe verlassen haben, ist ein ernstes Warnsignal für die verantwortliche Politik im Bund", sagt Nachfolger Platter.

Platter sieht "Zaudern und Zögern der Regierung"

Inhaltlich will sich Tirols Landeschef derzeit noch nicht äußern, für ihn sei aber klar: "Die Reformen in der Bildung müssen jetzt endlich umgesetzt werden. Wir haben das Verständnis der Bevölkerung hier schon viel zu lange überstrapaziert." Nachsatz in Richtung Wien: "Dieses Zaudern und Zögern der Bundesregierung in Bildungsfragen geht ganz klar zulasten unserer Kinder. Dadurch verbauen wir uns unsere eigene Zukunft."

Die Besprechungstermine sollten rasch gefunden werden, denn Mitte November wird eine Reform stehen – so wurde es zumindest angekündigt. Platter gibt sich derzeit noch vorsichtig: "Wir können in der Bildungsreform-Arbeitsgruppe nur dann erfolgreich sein, wenn von jedem einzelnen Mitglied auch der klare Wille zu Reformen erkennbar ist. Wenn das nicht der Fall ist, ist ein zentrales Vorhaben der Bundesregierung, nämlich das Bildungs- und Schulsystem zukunftsfit zu machen, gescheitert."

"Letzte Chance dieser Bundesregierung"

Das Thema Bildung gilt als Steckenpferd Platters. In Tirol gibt es seit vergangenem Jahr eine "Gesamtschul-Modellregion" im Zillertal, die sieben Neue Mittelschulen, allerdings kein Gymnasium umfasst. "Ich sehe das jetzt als letzte Chance dieser Bundesregierung, dringend notwendige Reformen anzugehen", sagt Platter. "Veränderungswillen" wolle er in der Kommission unmissverständlich fordern. (Katharina Mittelstaedt, 8.7.2015)

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