Zahl extremer Regenfälle weltweit deutlich gestiegen

8. Juli 2015, 11:15
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Laut einer Studie hat es seit 1980 einen Anstieg um zwölf Prozent verglichen mit einem Szenario ohne Klimawandel gegeben

Potsdam – Die Zahl extremer Regenfälle ist einer Studie zufolge in den vergangenen 30 Jahren deutlich gestiegen. Seit 1980 habe es einen Anstieg von "Rekord-Regen-Ereignissen" um zwölf Prozent verglichen mit einem Szenario ohne Klimawandel gegeben, erklärte das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung am Mittwoch anlässlich der Vorstellung der Studie.

Da der Trend nach oben weise, betrage die Zunahme von Rekord-Regenfällen im letzten der untersuchten Jahre sogar 26 Prozent, erklärte Jascha Lehmann, einer der Autoren. Die Forscher analysierten Regendaten von Wetterstationen weltweit aus den Jahren 1901 bis 2010. Bis 1980 ließen sich Schwankungen in der Häufigkeit von Starkregen mit natürlichen Faktoren begründen, erklärte das Forschungsinstitut. Für die Zeit danach machten die Wissenschafter einen "klaren Aufwärtstrend" von zuvor nie dagewesenen Regenfällen aus.

Drei große Überschwemmungen in Deutschland

So habe es etwa in Deutschland seit 1997 drei Jahrhundertfluten gegeben, Pakistan habe 2010 extreme Regenfälle erlebt. "In allen diesen Regionen hat die Regenmenge, die an einem Tag zu Boden stürzte, örtliche Rekorde gebrochen", erklärte Lehmann. Die Entwicklung passe zum Anstieg der globalen Temperatur, ausgelöst durch Treibhausgase aus fossilen Stoffen.

Die Zunahme von durchschnittlich zwölf Prozent verteilt sich auf die Kontinente sehr unterschiedlich, wie das Potsdamer Institut mitteilte. So gab es in südostasiatischen Ländern eine Zunahme von 56 Prozent, in Europa waren es 31 Prozent. In Gegenden wie dem Mittelmeerraum und dem Westen der USA, die von Trockenheit bedroht sind, nahmen die Regenfälle hingegen ab.

"Beunruhigender" Trend

Insgesamt ist den Forschern zufolge einer von zehn Rekordregen der vergangenen 30 Jahre "nur durch den Einfluss der langfristigen Klimaerwärmung" erklärbar. Im Jahr 2010 traf dies sogar auf einen von vier Rekordregenfällen zu. Mitautor Dim Coumou bezeichnete den Trend als "beunruhigend". Weil er jedoch mit der Erderwärmung übereinstimme, könne er auch "vom Menschen wieder gedreht werden" – nämlich durch die Reduzierung von Treibhausgasen aus fossilen Brennstoffen. (APA/AFP, 8.7.2015)

  • Extreme Regenfälle nehmen weltweit zu.
    foto: apa/dpa/christoph schmidt

    Extreme Regenfälle nehmen weltweit zu.

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