409 Tage ohne Präsidenten: Libanon stellt Rekord auf

7. Juli 2015, 18:03
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Das Parlament versuchte 25-mal vergeblich, ein neues Staatsoberhaupt zu wählen

Beirut – Mit 409 Tagen ohne Präsidenten ist der Libanon so lange ohne Staatsoberhaupt wie niemals zuvor seit seiner Unabhängigkeit 1943. Das Land brach am Dienstag seinen bisherigen Rekord aus dem Jahr 1988. In Beirut existiert seit Ende Mai vergangenen Jahres ein Machtvakuum. Damals war die Amtszeit von Michel Sleimane ausgelaufen. Seither versuchte das gespaltene Parlament 25-mal vergeblich, einen neuen Präsidenten zu wählen.

Der von der schiitischen Hisbollah angeführte Block und das rivalisierende Lager "14. März" können sich nicht auf einen Kandidaten einigen. Die Hisbollah blockiert daher immer wieder die Abstimmungen, indem sie nicht erscheint und damit nicht genug Abgeordnete für die Wahl anwesend sind. Im Libanon kann nach der Verfassung nur ein maronitischer Christ Präsident werden.

Die Lage im Land ist wegen des syrischen Bürgerkriegs angespannt. Die Hisbollah-Miliz kämpft auf der Seite des Regimes von Präsident Bashar al-Assad im syrischen Bürgerkrieg. Die meisten libanesischen Sunniten sympathisieren dagegen mit den Regimegegnern. (APA, 7.7.2015)

  • Michel Sleimane war bis Mai 2014 Präsident des Libanon. Seither existiert ein Machtvakuum.
    foto: ap/michael sohn

    Michel Sleimane war bis Mai 2014 Präsident des Libanon. Seither existiert ein Machtvakuum.

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