Al-Shabaab-Miliz tötete bei Angriff im Nordosten Kenias 14 Menschen

7. Juli 2015, 17:30
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Attacke im Morgengrauen an der Grenze zu Somalia

Nairobi – Kämpfer der somalischen Al-Shabaab-Miliz haben im Nordosten von Kenia im Morgengrauen ein Dorf überfallen und 14 Menschen getötet. Nach Angaben von Polizei und Rettungskräften überfielen die Attentäter die Menschen im Schlaf, warfen Sprengsätze in ihre Häuser und schossen auf sie.

Der Angriff ereignete sich nahe der Stadt Mandera im Grenzgebiet zu Äthiopien und Somalia. Die Al-Shabaab-Miliz bekannte sich zu der Tat.

Ziel der mit Automatikwaffen und Sprengstoff ausgerüsteten Angreifer war eine bewachte Unterkunft von Steinbrucharbeitern in dem Dorf Soko Mbuzi. Viele Menschen, die dort leben und arbeiten, stammen nicht aus der Region sondern aus dem Zentrum des Landes. Der Polizei zufolge wurden bei dem Angriff auch elf Menschen verletzt. Fünf Schwerverletzte wurden in Krankenhäuser der Hauptstadt Nairobi geflogen.

Polizei und örtliche Regierungsvertreter gingen von einem Angriff der Shabaab aus, noch bevor diese sich dazu bekannte. Auf der der Miliz nahestehenden Internetseite Somalimemo hieß es dann, die mit Al-Kaida verbündeten Rebellen hätten erklärt, die Attacke auf "christliche Kenianer" ausgeführt zu haben.

Ein örtlicher Vertreter, Mohamud Saleh, sprach von geheimen Zellen in Mandera, von denen aus die Shabaab ihre Angriffe steuere. In Wahrheit hätten sie am Dienstag bis zu 150 Menschen im Visier gehabt. Die Sicherheitskräfte vor Ort hätten einen "vorbildlichen Job" gemacht und auf diese Weise 136 Menschen das Leben gerettet, sagte Saleh.

Innenminister Joseph Nkaissery wies die Angaben zurück und ging vielmehr davon aus, dass die Angreifer in Somalia postiert waren und nach der Attacke auch dorthin zurückkehrten. Auch er bestätigte indes, dass rund 130 Anrainer gerettet worden seien. Vor Ort laufe noch immer ein Einsatz der Sicherheitskräfte, fügte er hinzu.

Im Norden Kenias hatte es in den vergangenen Jahren vermehrt Angriffe der Shabaab-Miliz gegeben. Die somalische Islamistengruppe will damit Vergeltung für die Beteiligung der kenianischen Armee an der Militärmission der Afrikanischen Union in Somalia üben. Anfang April griffen Shabaab-Kämpfer die Universität der Stadt Garissa an und töteten 148 Menschen. (APA, 7.7.2015)

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