"Zeit"-Chef Esser hält Leistungsschutzrecht für "gewagte Konstruktion"

7. Juli 2015, 17:21
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"Die Zeit" der Zukunft bedeute für Esser "Qualitätsjournalismus auf allen Kanälen"

Keinerlei Berührungsängste in Richtung Google oder Facebook zeigt Zeit Verlag-Geschäftsführer Rainer Esser. "Weshalb soll ich Angst haben. Angst hat einen noch nie weiter gebracht. Wenn neue Geschäftsmodelle entstehen, muss man versuchen, daran zu partizipieren", sagte Esser am Dienstag beim IAA Business Communication Lunch in Wien. "Es ist besser man spricht miteinander. Wir kooperieren mit Google bei der Digital News Initiative, und wir haben 1,3 Millionen Fans auf Facebook", so Esser.

Gewagte Konstruktion: Leistungsschutzrecht

Das Leistungsschutzrecht hält der "Zeit"-Geschäftsführer indes für eine "ziemlich gewagte Konstruktion – deutsche Verlage wollen von Google Geld, damit ihre Inhalte im Internet auffindbar sind". "Die Zeit" der Zukunft bedeute jedenfalls "Qualitätsjournalismus auf allen Kanälen – im Grunde bleibt unser Alleinstellungsmerkmal auch in der digitalen Welt unsere Glaubwürdigkeit und Einzigartigkeit".

Geleakter Innovationsreport

Ähnlich wie die "New York Times" habe "Die Zeit" einen internen Innovationsreport erarbeitet. "Der wurde nicht geleakt, und den setzen wir jetzt Schritt für Schritt um." Aussagen wie die "Zeitung ist tot" hält Esser für "totalen Blödsinn". 90 Prozent der "Zeit"-Auflage erscheine auf Papier, Online sei als zusätzliche Plattform aber ein "Segen". Mit der Entwicklung der Österreich-Ausgabe, die heuer zehnjähriges Jubiläum feiert, ist der "Zeit"-Geschäftsführer zufrieden. "Auf die Österreich-Seiten sind wir sehr stolz." Die verkaufte Auflage sei dadurch von 10.000 auf 21.000 Exemplare gestiegen. (APA, 7.7.2015)

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