Neubau-Eigentum: Österreich bei Leistbarkeit im Mittelfeld

7. Juli 2015, 17:37
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70 m² kosten hierzulande sechs Bruttojahresgehälter – Alpenrepublik baute 2014 im Vergleich mit 17 anderen Staaten die meisten Wohnungen

Österreich hat bei der Wohnraumproduktion die Nase vorn: Mit 5,4 begonnenen Wohneinheiten in Neubauprojekten pro 1.000 Einwohnern im Jahr 2014 führt die Alpenrepublik diese Rangliste an – zumindest im Vergleich mit jenen 15 weiteren EU-Staaten sowie Russland und Israel, die das Beratungsunternehmen Deloitte in seinem "Property Index" untersucht. Den zweiten Platz belegt Frankreich mit 4,5, Dritter ist Israel mit 4,3 Wohneinheiten.

Österreich bei Leistbarkeit im Mittelfeld

Was die Leistbarkeit betrifft, liegt Österreich aber nur im Mittelfeld: Sechs Bruttojahresgehälter sind hierzulande nötig, um eine Standard-Neubauwohnung mit 70 m² Wohnfläche kaufen zu können. Spitzenreiter ist hier Israel mit rund 12,7 Jahresgehältern, den zweiten Rang nimmt Großbritannien mit genau zehn Bruttojahresgehältern ein. Am günstigsten ist Wohnraum in Belgien (3,2) sowie Deutschland (3,3) zu erwerben.

Die Kennzahl zur Leistbarkeit des eigenen Wohnraums stehe in direktem Zusammenhang mit dem BIP des jeweiligen Landes, sagt Alexander Hohendanner, Partner und Real Estate Leader Deloitte Österreich. "Grundsätzlich gilt: je höher das BIP pro Kopf eines Landes ist, umso leistbarer ist Wohnraum."

Wohnen wird europaweit teurer

Nach absoluten Preisen betrachtet sind Großbritannien sowie Frankreich, das bei der Leistbarkeits-Kennzahl auf Rang 4 liegt (acht Bruttojahresgehälter), die teuersten Pflaster Europas. Preise für neue Wohnungen liegen dort im Gesamtdurchschnitt zwischen 4.000 und 5.000 Euro pro Quadratmeter.

Auch in Österreich sind die Preise laut Deloitte im Jahr 2014 um rund fünf Prozent im Vergleich zu 2013 gestiegen. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis in Österreich liegt 2014 bei 2.500 Euro.

Preisanstieg dürfte weitergehen

Hohendanner rechnet aus mehreren Gründen mit einem weiteren Anstieg. "Erstens die stetig steigende Zuwanderung nach Wien, zweitens der ungebremste Run der Investoren auf die weiter als sichere Anlage geltenden Immobilien, drittens niedrige Zinsen sowie viertens die Erwartungshaltung, dass noch kein Ende des Preisanstieges abzusehen ist." Auch die Änderungen im Bereich der Immobilienbesteuerung sieht Hohendanner als eine der Ursachen für den Anstieg der Transaktionen von 2013 auf 2014.

Den höchsten Preisanstieg für Neubauten verzeichnete zuletzt Irland mit einem Plus von 31,7 Prozent, gefolgt von Israel (+25,6 Prozent) und Großbritannien (+21,6 Prozent).

Städte: London und Paris am teuersten, ...

Teuerste Städte Europas bleiben London und Paris. Der durchschnittliche Preis für eine Wohnung in der Londoner Innenstadt liegt bei rund 14.000 Euro/m²; im Vorjahr lag der Wert noch bei 10.000 Euro.

Außerhalb des Stadtzentrums in London bezahlt man immer noch stolze 7.879 Euro/m². Auch in Paris beträgt der Preis in der Innenstadt pro Quadratmeter im Schnitt über 10.000 Euro.

... Wien im Mittelfeld

Wien liegt gemeinsam mit Hamburg, Rom und Mailand mit 3.500 bis 4.200 Euro im Mittelfeld. Am günstigen wohnt es sich in Porto (Portugal), dort liegt der Quadratmeterpreis bei gebrauchten Wohnungen nur bei 860 Euro.

Interessant ist das ebenfalls für den "Deloitte Property Index" erhobene Verhältnis der Transaktionspreise ausgewählter Städte zum Landesdurchschnitt. Während die Quadratmeterpreise in Moskau und München mehr als 300 Prozent über dem Landesschnitt liegen, sind es in Wien nur knapp 150 Prozent. (red, 7.7.2015)

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