Vor Prozess gegen Italiens Teamchef Conte

7. Juli 2015, 17:00
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Staatsanwalt wirft 45-Jährigem Sportbetrug vor, dieser bekommt aber Unterstützung von Italiens Fußballverband

Cremona – Die Staatsanwaltschaft der norditalienischen Stadt Cremona hat einen Prozess gegen Italiens Fußball-Nationaltrainer Antonio Conte und weitere 103 Personen beantragt. Der Vorwurf gegen Conte lautet auf Sportbetrug. Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit in einem ausgedehnten Wettskandal.

Conte soll in seiner Zeit als Trainer des AC Siena zwischen 2010 bis 2011 von einer Spielmanipulation erfahren, diese aber nicht gemeldet haben. Die Staatsanwaltschaft hat insgesamt 60 möglicherweise manipulierte Spiele ins Visier genommen, weitere 200 Begegnungen werden überprüft. Conte hatte auch in Hinblick auf die mögliche Teilnahme an der EM 2016 mit der Squadra Azzurra auf eine Einstellung der Ermittlungen gehofft.

Ein Prozess wurde auch gegen den ehemaligen Nationalspieler Giuseppe Signori und den Ex-Kapitän von Atalanta Bergamo, Cristiano Doni, beantragt. Ein Gericht muss nun entscheiden, ob sich Conte und die anderen Angeklagten vor Gericht verantworten müssen.

Gegen Conte war bereits seit einiger Zeit wegen einer möglichen Verwicklung in den Skandal ermittelt worden. Der frühere Meistertrainer von Juventus Turin war bereits 2012 wegen Ergebnisabsprachen vier Monate lang gesperrt worden. Er hatte die Vorwürfe jedoch stets bestritten.

FIGC will Vertrag verlängern

Unterstützung kommt vom italienischen Fußballverband FIGC, der den Teamchef sogar langfristig binden will. Trotz des möglichen juristischen Ärgers möchte Präsident Carlo Tavecchio Conte eine Vertragsverlängerung von 2016 bis zur WM 2018 in Russland anbieten.

"Conte muss sich einem Prozess unterziehen, er ist aber noch nicht verurteilt worden. Er bleibt an seinem Platz und erfüllt seinen Vertrag", betonte Tavecchio.

Hinter Conte stellte sich auch der Präsidente des Nationalen Olympischen Komitees von Italien CONI, Giovanni Malagó. (sid – 7.7. 2015)

  • Antonio Conte wird die Siena-Geschichte nicht los.
    foto: ap/flauraud

    Antonio Conte wird die Siena-Geschichte nicht los.

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