Ozonbelastung im Raum Wien "sehr hoch"

7. Juli 2015, 15:41
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Bis zu 20 Prozent mehr Rettungseinsätze wegen Hitze – Fiakerpferde sollen freibekommen

In Ostösterreich wurde Dienstag aufgrund der meteorologischen Situation an mehreren Stellen der Ozonwarndienst aktiv. In Schwechat wurden schon vor Mittag Ozonkonzentrationen mit mehr als 180 Mikrogramm pro Kubikmeter als Einstundenmittelwert gemessen – was laut Ozongesetz die Überschreitung der Informationsschwelle darstellt (zweite von drei Stufen). Am Nachmittag lieferte laut Wiener Luftgütebericht auch die Messstelle Hermannskogel "sehr schlechte" Ozonwerte mit mehr als 240 Mikrogramm pro Kubikmeter (Alarmschwelle). Der Ozonwarndienst ging aber davon aus, dass die Werte rasch wieder sinken.

Älteren Personen beziehungsweise Kindern und Menschen mit Atemwegsproblemen wird empfohlen, den Aufenthalt im Freien zu meiden. Sollte sich die Ozonbelastung weiter verschlechtern, müsste der Autoverkehr eingeschränkt werden.

Hitzepol in Tirol

Am Dienstag hatte es in allen Bundesländern es bereits am frühen Nachmittag mehr als 34 Grad. Hitzepol war um 14.30 Uhr Imst in Tirol mit 36,6 Grad, teilte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) mit. 36,4 Grad waren es am heißesten Ort Niederösterreichs, Pottschach, und 36,3 in Weyer in Oberösterreich. Exakt 36 Grad wurden jeweils in Bludenz in Vorarlberg und in Mattersburg im Burgenland gemessen. 35,7 Grad Hitze wiesen Leoben in der Steiermark und Salzburg-Freisaal auf, und in Kärnten kletterte das Thermometer in St. Andrä im Lavanttal vorläufig auf 35,0 Grad. Nur in der Bundeshauptstadt blieben die Temperaturen mit 34,6 Grad auf der Hohen Warte zunächst unter der 35-Grad-Marke.

Abkühlung bringen am Mittwoch Gewitter und Regenschauer. "Eine Kaltfront wird in der Nacht den Westen streifen", prognostizierte ein Meteorologe der ZAMG. In Vorarlberg, Tirol, Salzburg und im oberösterreichischen Innviertel sind Gewitter zu erwarten. Die Luft war vor allem in Bayern extrem labil und aufgeheizt. Östlich von Linz wird die Gewittergefahr geringer, hier sorgt jedoch Wind für kühlere Temperaturen. Im Süden, wo am Mittwoch noch einmal bis zu 34 Grad erwartet werden, steigt dann am späteren Nachmittag die Unwettergefahr. "Wir erwarten heftige Gewitter, Sturmböen und Hagel", sagte der ZAMG-Experte.

Bereits in den vergangenen Tagen hat die Hitze die Rettungskräfte in Wien ins Schwitzen gebracht. Die Wiener Rettung verzeichnete bis zu 20 Prozent mehr Einsätze, die auf hitzebedingte Krankheiten zurückzuführen seien, sagte der stellvertretende Chefarzt Franz Mikulcik. Auch beim Samariterbund spricht man von einem Plus von 15 Prozent. Zudem stieg der Wasserverbrauch zuletzt merkbar an.

Fiakerpferde sollen Hitzeurlaub bekommen

Die Wiener Fiakerpferde sollen unterdessen Hitzeurlaub bekommen: Nicht zum ersten Mal haben die vergangenen heißen Tage die Diskussion um den Einsatz von Pferden bei Hitze aufs Tapet gebracht. Nun will die Stadt gesetzliche Maßnahmen prüfen, wie Tierschutzstadträtin Ulli Sima (SPÖ) am Dienstag ankündigte. Zudem appellierte sie an die Wiener Fiakerunternehmer, den Tieren auch ohne Vorschrift freizugeben.

In Salzburg hatten die Fiakerfahrer entschieden, die Tiere am Sonntag freiwillig im Stall zu belassen. Für ein mögliches Verbot brauche es zunächst einmal eine "fundierte, wissenschaftliche Expertise, die wir nun im Rahmen einer Studie von einer renommierten Pferdeexpertin erarbeiten lassen", so Sima per Aussendung. Auf dieser Grundlage will man dann entscheiden, ob die Pferde bei gewissen Temperaturen zu Hause bleiben müssen.

Schon jetzt gebe es tägliche Kontrollen durch die Veterinäre der Magistratsabteilung 60. Unter die Lupe genommen werden alle Fiakerstandplätze, die mit Schatten und Wasser ausgestattet sein müssen, die Gesundheit und das Verhalten der Tiere. Gibt es Probleme, werden die Tiere aus dem Fiakerbetrieb genommen. Hinweise auf erschöpfte Tiere können unter der Telefonnummer 01/4000/8060 unter Angabe der Nummerntafel (F-Nummer) der Kutsche und des Standplatzes gemeldet werden. Die MA 60 gehe allen Informationen nach, wurde betont. (red, APA, 7.7.2015)

  • Schatten ist in Hitzephasen besonders beliebt.
    foto: apa/herbert neubauer

    Schatten ist in Hitzephasen besonders beliebt.

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