Djokovic rettet sich im fünften Satz

7. Juli 2015, 21:51
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Der Titelverteidiger dreht das Spiel gegen den Südafrikaner Kevin Anderson nach zwei verlorenen Sätzen und trifft im Viertelfinale auf Marin Cilic

London – Bis zum 5:5 im fünften Satz hatte Kevin Anderson alle Möglichkeiten, dann folgten zwei Doppelfehler des Südafrikaners und das entscheidende Break. Der als Nummer eins gesetzte Titelverteidiger Novak Djokovic gewann im Achtelfinale von Wimbledon mit 6:7, 6:7, 6:1, 6:4 und 7:5.

Am Montag war das Spiel nach vier Sätzen wegen Dunkelheit unterbrochen worden. Im Viertelfinale trifft Djokovic auf den Kroaten Marin Cilic.

"Das war vielleicht eines der schwierigsten Wimbledon-Matches meiner Karriere", sagte der Serbe, unmittelbar nachdem er nach 3:48 nervenaufreibenden Stunden Spielzeit seinen ersten Matchball verwandelt hatte: "Beim Return war ich teilweise hilflos. Vor allem heute war es frustrierend, aber ich bin durch, das ist das Einzige, was zählt."

Aufschlagkanone

40 Asse hatte ihm der 2,03 Meter große Anderson (29) um die Ohren gepfeffert, der nach der 2:0-Satzführung die Sensation bereits vor Augen hatte – es wäre sein erstes Viertelfinale bei einem Grand-Slam-Turnier gewesen. Doch Djokovic bewies mentale Stärke, auch dann, als bei der Fortsetzung am Dienstag ein Schauer die Partie nochmals verzögerte.

Zwei Breakbälle wehrte der 28-Jährige zu Beginn des Entscheidungssatzes ab, seine erste Chance bei Aufschlag Anderson nutzte er zum 6:5. "Das gibt mir viel Selbstvertrauen für die nächste Runde", sagte er. Dort trifft er am Mittwoch auf den kroatischen US-Open-Champion Cilic, gegen den er die bisherigen zwölf Aufeinandertreffen allesamt gewonnen hat.

Federer schwebt durchs Turnier

Ausgeruhter gehen Djokovics Hauptrivalen Roger Federer, Stan Wawrinka und Andy Murray in ihre Partien. Insbesondere Federer, der im vergangenen Jahr gegen Djokovic das Finale in fünf Sätzen verloren hatte, präsentiert sich bisher in herausragender Form.

Seit der ersten Runde beim Vorbereitungsturnier in Halle gegen Philipp Kohlschreiber hat der siebenfache Champion kein einziges Break mehr hinnehmen müssen. "Ich habe einen guten Lauf", meinte der 33-Jährige vor seinem Viertelfinale gegen den Franzosen Gilles Simon. "Richtig interessant wird es aber erst jetzt."

Djokovic hat in diesem Jahr die Chance, seinen neunten Grand-Slam-Titel und seinen dritten in Wimbledon (nach 2011 und 2014) zu gewinnen. Damit würde er mit seinem Coach Boris Becker gleichziehen.

Muguruza auf den Spuren von Arantxa Sanchez

Im Damenbewerb stieß die Spanierin Garbine Muguruza erstmals in ihrer Karriere ins Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers vor. Die 21-Jährige setzte sich gegen die Schweizerin Timea Bacsinszky nach 1:26 Stunden 7:5, 6:3 durch. Muguruza ist die erste Spanierin im Wimbledon-Halbfinale seit Arantxa Sanchez-Vicario im Jahr 1997.

Dort trifft sie auf Agnieszka Radwanska. Die Polin, Finalistin von 2012, überwand Madison Keys (USA) mit 7:6 (7:3), 3:6, 6:3 und beendete damit endgültig ihre Formkrise, in die sie Anfang des Jahres geschlittert war.

Maria Scharapowa hatte ebenfalls zu kämpfen. Die Russin brauchte gegen Coco Vandeweghe aus den USA 2:47 Stunden für ihren 6:3, 6:7 (3), 6:2-Erfolg. Vandeweghe war die einzige ungesetzte Spielerin im Viertelfinale.

Das Halbfinale komplettiert die topgesetzte Serena Williams. Sie setzte sich in einem hochklassigen Match gegen die ehemalige Nummer eins, Viktoria Asarenka aus Weißrussland, nach 2:04 Stunden 3:6, 6:2, 6:3 durch. Im Kampf um den Finaleinzug trifft Williams nun am Donnerstag auf Scharapowa.

Peya im Doppel out, ...

Der Wiener Alexander Peya und der Brasilianer Bruno Soares sind im Doppel ausgeschieden. Das als Nummer acht eingestufte Duo unterlag Jamie Murray/John Peers (GBR/AUS-13) nach 1:50 Stunden 4:6, 6:7 (3), 3:6. Auch im Vorjahr war für Peya/Soares in der Runde der letzten acht Doppel-Endstation gewesen.

Peya und Soares konnten nicht einen ihrer vier Breakbälle verwerten. Murray und Peers, die starke 77 Prozent ihrer ersten Aufschläge ins Feld brachten, nutzten dagegen zwei ihrer insgesamt sieben Chancen und entschieden dazu auch das Tiebreak im zweiten Satz klar für sich.

... im Mixed weiter

Im Mixed dagegen schaffte Peya mit seiner ungarischen Partnerin Timea Babos nach einem 6:3, 7:6 (6)-Sieg über seinen Landsmann Oliver Marach und Olga Sawtschuk aus der Ukraine den Einzug ins Viertelfinale. In diesem trifft er Doppelpartner Soares wieder, der mit der Inderin Sania Mirza als Nummer zwei gesetzt ist. (red, sid, APA, 7.7.2015)

  • Doch noch durch: Novak Djokovic.
    foto: apa/epa/dempsey

    Doch noch durch: Novak Djokovic.

  • Kevin Anderson: ein Kanonier alter Schule.
    foto: reuters/plunkett

    Kevin Anderson: ein Kanonier alter Schule.

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