Wie selbstfahrende Taxis das Klima retten könnten

26. Juli 2015, 14:27
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Forscher sehen hohes CO2-Sparpotenzial selbst bei geringer Präsenz auf der Straße

Selbststeuernde Autos bringen viel Potenzial mit. In dem sie sich untereinander vernetzen können Staus vermieden und Personen schneller ans Ziel gebracht werden. Dazu dürften sich viele Verkehrsunfälle vermeiden lassen, die man üblicherweise auf menschliches Versagen zurück führt. Googles autonome Fahrzeuge waren zwar bereits in die eine oder andere Kollision verwickelt, bislang aber noch nie als Verursacher.

Doch es gibt noch einen weiteren Aspekt der Technologie, der oft unerwähnt bleibt: Ihr Potenzial, dramatische Ersparnisse bei den CO2-Abgasen zu erzielen und einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel zu leisten.

Überlegene Autos

Wissenschaftler des Lawrence Berkeley Laboratory, das von der University of California im Auftrag des US-Energieministeriums geführt wird, haben dazu Berechnungen für das Jahr 2030 angestellt. Elektrisch betriebene Taxis werden in nicht mehr allzu ferner Zukunft deutlich emissionsärmer operieren wie ihre hybriden Pendants – nämlich um 63 bis 82 Prozent. Heutigen Autos mit Verbrennungsmotoren sind sie dann um 90 Prozent überlegen, was den CO2-Ausstoß angeht, lässt sich auf Eurekalert nachlesen.

Ab 64.000 Kilometer rentabler

Grundlage der Annahme ist die Prognose, dass 2030 aufgrund erhöhter Nutzung von erneuerbaren Energien wie Windkraft oder Solarenergie in den USA bei der Stromerzeugung deutlich weniger Schadstoffe freigesetzt werden als heute. Eingerechnet sind auch Anschaffungs- und Erhaltungskosten.

Ab einer jährlichen zurückgelegten Distanz von rund 64.000 Kilometern werde sich die Anschaffung eines Elektrotaxis rechnen. Im privaten Bereich werde man bis etwa 19.000 Kilometer wiederum mit einem Verbrennungsmotor noch günstiger unterwegs sein.

Große Ersparnis schon bei niedriger Verbreitung

Die Forscher gehen davon aus, dass autonome Taxis deutlich effizienter einsetzbar sein werden, als es menschliche Fahrdienstleister sind. Dies unter anderem deswegen, weil durch den Einsatz von einsitzigen und zweisitzigen Autos dem Verhalten der Konsumenten besser entsprochen und Energie gespart werden kann. In den USA werden die meisten Taxifahren von einer Person gebucht, so die Wissenschaftler.

Bestünden fünf Prozent der Taxiflotten in den USA im Jahr 2030 aus autonom fahrenden Elektrofahrzeugen, könnte das Land damit seinen Verbrauch an Erdöl um sieben Millionen Barrel jährlich senken. Gleichzeitig würde der CO2-Ausstoß um bis zu 2,4 Millionen Tonnen verringert. (gpi, 26.07.2015)

  • Elektrische, selbstfahrende Taxis könnten künftig viel CO2 einsparen.
    foto: ap

    Elektrische, selbstfahrende Taxis könnten künftig viel CO2 einsparen.

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