Mit dem Auto ins Ausland: Teurer Sprit, höhere Strafen

7. Juli 2015, 13:45
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Verkehrssünden werden fast überall in der EU strenger geahndet als in Österreich

Wien – Wer einmal gecheckt hat, dass Normalbenzin auf französischen Tankstellen Carburant heißt, hat bei einer Frankreich-Rundreise mit dem Auto schon die wichtigste Hürde genommen. Selbstfahrer, die ab kommenden Freitag die zweite Ferien-Reisewelle nutzen, müssen sich in anderen Ländern auf andere Sitten, Preise und Verkehrsstrafen einstellen.

Der erste Unterschied macht sich bereits an der Tankstelle bemerkbar: In West- und Nordeuropa kostet der Sprit derzeit überall mehr als in Österreich. Spitzenreiter sind laut Arbö Norwegen (1,80 Euro pro Liter Super 95) und die Niederlande (1,74 Euro). Billiger als hierzulande kommt der Treibstoff in den baltischen Staaten und in Osteuropa. Am wenigsten zahlt man in Russland (0,58 Euro) und in Weißrussland (0,72 Euro).

Tempolimits

Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) ruft die unterschiedlichen Tempolimits in Erinnerung. In vielen Ländern liegt die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen nicht wie bei uns bei 130 km/h, sondern bei 120 km/h. In Schweden sind maximal 110 km/h erlaubt. Auf Freilandstraßen gilt in Schweden Tempolimit 70, in Dänemark, Zypern, Malta und Norwegen gilt Tempo 80 auf Freilandstraßen.

Bei Strafen sind weiterhin skandinavische Länder Spitzenreiter. Die Mindeststrafe für zu schnelles Fahren liegt in Norwegen laut ÖAMTC aktuell bei 420 Euro, wer eine rote Ampel übersieht, muss 600 Euro blechen. In Finnland orientiert sich der Strafrahmen hingegen am Einkommen – wer mehr verdient, zahlt auch mehr.

Nachtzuschlag

Im beliebten Reiseland Italien kosten Verkehrsverstöße wie überhöhte Geschwindigkeit zwischen 22 und sieben Uhr um ein Drittel mehr. Auch tagsüber sind die Strafen streng: Bei einer Geschwindigkeitsübertretung um 20 km/h drohen bereits mindestens 170 Euro Strafe. Mindestens 160 Euro werden fällig, wenn man am Steuer ohne Freisprecheinrichtung telefoniert.

Der derzeit schwache Eurokurs sorgt vor allem in Großbritannien und der Schweiz für teils drastische Erhöhungen bei den Strafsätzen. Beim Überfahren einer roten Ampel werden in Großbritannien nun umgerechnet bis zu 1.400 Euro fällig, in der Schweiz wird Alkohol am Steuer mit umgerechnet 565 Euro bestraft.

Promille

Acht EU-Staaten haben beim Autofahren eine niedrigere Promillegrenze als Österreich. In Tschechien, Ungarn, Rumänien und in der Slowakei sind 0,0 Promille einzuhalten, in Estland, Polen und Schweden liegt die Grenze bei 0,2 Promille und in Litauen bei 0,4 Promille.

Im Vergleich zu Österreich kommt auch Handy am Steuer in Urlaubsländern teuer. In Österreich beträgt die Mindeststrafe 50 Euro, in Frankreich ist sie mit 135 Euro mehr als doppelt so hoch, in Italien mit 160 Euro mehr als dreimal so hoch und in Spanien mit mindestens 200 Euro viermal so hoch.

Strafzettel nicht ignorieren

Wer glaubt, sich mit unbezahltem Strafzettel über die Grenze nach Hause retten zu können, irrt. Strafen aus dem EU-Ausland können auch in Österreich zwangsweise eingetrieben werden, warnt die ÖAMTC-Rechtsabteilung. Daher sollten ausländische Strafzettel keinesfalls ignoriert werden. Die Einforderung der Strafe sei auch bei einer künftigen Wiedereinreise in das Urlaubsland möglich. (simo, 7.7.2015)

  • Am Freitag startet die zweite Ferienreisewelle. Wer mit dem Auto auf Urlaub fährt, darf weder Stau noch vergleichsweise hohe Verkehrsstrafen im Ausland fürchten.
    foto: apa / dpa / vennenbernd

    Am Freitag startet die zweite Ferienreisewelle. Wer mit dem Auto auf Urlaub fährt, darf weder Stau noch vergleichsweise hohe Verkehrsstrafen im Ausland fürchten.

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