Sony Mobile: Werden Smartphone-Geschäft nie aufgeben

7. Juli 2015, 12:31
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Auch kein Verkauf der Sparte geplant – 20 Prozent der Mitarbeiter sollen abgebaut werden

Der Name Sony löst bei Smartphone-Kennern oft gemischte Gefühle aus. Nach Jahren in der Versenkung konnte das Unternehmen anno 2013 mit dem Xperia Z ein gelungenes Comeback verzeichnen. Auch die "Compact"-Varianten, die starke Hardware in ein handlicheres Gehäuse verpackten, konnen einiges Lob ernten.

Doch das positive Presse-Feedback half nur kurzzeitig. Einerseits tauchten bei manchen Geräten nach längerer Zeit Defizite auf – etwa sich ablösende Glasabdeckungen -, andererseits konnte man der Marketingmacht großer Konkurrenten wie Samsung nur wenig entgegen setzen. Das Resultat: Trotz halbjähriger Serienupdates schwand das Interesse.

Kein Ende in Sicht

Nachdem Sony als Gesamtunternehmen seit einiger Zeit in einer wirtschaftlichen Krise steckt und auch seine PC-Sparte Vaio mittlerweile verkauft hat, wurden immer wieder Gerüchte laut, dass die verlustträchtige Smartphone-Abteilung ebenfalls abgestoßen oder geschlossen werden könnte. Diesen Spekulationen tritt nun ihr Chef Hiroki Totoki nun in einem Interview mit Arabian Business entgegen.

Er betont die Wichtigkeit von Smartphones als zentrale, mit allen möglichen Dingen verbundene Geräte. Jetzt, wo man auf dem Weg zum "Internet der Dinge" sei, würde man eine wichtige Geschäftssparte verlieren, was keine Option sei. Den hohen Verlust aus 2014 begründet er mit Abschreibungen, die noch aus dem Rückkauf des Ericsson-Anteils aus der Zeit des einstigen Sony-Ericsson-Jointventures stammen sollen. Dies wären aber reine Bilanzverluste gewesen, die keinen Einfluss auf den Cashflow gehabt hätten.

Masterplan

Man habe für die Zukunft einen Plan erarbeitet, der nun langsam umgesetzt würde. Dieser inkluidiert auch Sparmaßnahmen. Bis Ende 2016 will man die eigenen Kosten um 30 Prozent senken und im Zuge dessen 20 Prozent des Personals abbauen. Das Produktportfolio solle neu organisiert und "gestrafft" werden. 2015 sei ein Jahr einer "großen Transformation", die 2016 Früchte tragen soll. Man habe nie vor, diesen Markt zu verlassen.

Vage Andeutungen machte er auch für die zukünftige Ausrichtung des Smartphone-Geschäfts. "Leute kaufen kein Mobiltelefon nach seinem Aussehen – sie kaufen es wegen der Benutzererfahrung". Die eigenen Handys will man zum zentralen Hub machen, mit dem man andere vernetzte Geräte verwaltet und steuert. (gpi, 07.07.2015)

  • Hiroki Totoki und das aktuelle Sony-Flaggschiff, das Xperia Z4.
    foto: reuters

    Hiroki Totoki und das aktuelle Sony-Flaggschiff, das Xperia Z4.

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