Roadmovies – Das Lied von der großen Freiheit?

13. Juli 2015, 11:13
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Filme über die Reise auf der Straße sind ein Klassiker der Filmgeschichte. Mögen Sie das Genre – und wenn ja, in welchem Gefährt würden Sie gerne mitfahren?

Das Nötigste zusammenpacken, ins Auto setzen, Musik aufdrehen und nur noch weg. Gerade im Sommer eine höchst verlockende Vorstellung. Die Bilder zur Idee der grenzenlosen Freiheit haben wir nicht zuletzt den Roadmovies zu verdanken. Die Bewegung als Lebensform wird hier zelebriert. Das Motiv der Reise wird dabei so gut wie immer als Aufhänger für eine Entwicklungsgeschichte genutzt: Kaum eine Figur kommt als derselbe Mensch an als der sie gestartet ist. Wenn sie denn ankommt.

Der Tod fährt mit

Ob bei "Thelma und Louise" (Regie: Ridley Scott, 1991) oder dem Klassiker des Genres "Easy Rider" (Regie: Dennis Hopper, 1969), der Ausbruch aus herkömmlichen Gesellschaftsrollen, der mit Auto oder Motorrad versucht wird, endet nicht selten tödlich. Dabei sind sich die Figuren oftmals durch eine "Wir gegen den Rest der Welt"-Mentalität verbunden, wie in Terrence Mallicks "Badlands" (1973). Genug Tote gibt es ebenfalls in "Wild at Heart" (Regie: David Lynch, 1990), auch wenn das legendäre Paar Sailor und Lula sprichwörtlich so gerade noch die Kurve kriegt. Es geht also weniger um das Erreichen eines Ziels als um die Reise an sich und die Bedeutung der Flucht aus Alltäglichem für die jeweiligen Protagonisten und Protagonistinnen.

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Roadmovies und Musik: Schon 1989 herausgekommen, erlangte Chris Isaaks "Wicked Game" erst durch seine Verwendung (als Instrumentalversion) in Lynchs "Wild at Heart" Berühmtheit.

Die unterschiedlichsten Ideen auf und von der Straße

Nicht immer muss es freilich tragisch enden. Der alte Mann, der mit dem Rasenmäher in David Lynchs "The Straight Story" (1999) die USA durchquert oder die Liebesromanze "Im Juli" (Regie: Fatih Akin, 2000) schlagen hellere Töne an. Nicht zu vergessen "Little Miss Sunshine" (Regie: Jonathan Dayton und Valerie Faris, 2006), der den Familientrip im Auto als schräge Familientherapie erzählt.

Die Musik spielt mit

Die Rolle von Filmmusik wurde bereits in unserem letzten Filmforum diskutiert. In Roadmovies hat der Soundtrack zu den teils wilden Fahrten oft eine besonders prominente Rolle inne, treibt die Handlung auch auf akustischer Ebene voran. Bereits genannte Filme wie "Easy Rider" und "Wild at Heart" sind dafür dankbare Beispiele.

In welchem Auto würden Sie gerne mitfahren?

Welche Roadmovies kommen Ihnen in den Sinn? Welche Werke halten Sie für herausragende Vertreter des Genres und welchen sprechen Sie besonderes subversives, (tragi)komisches, romantisches oder satirisches Potenzial zu? Und haftet der Idee des Roadmovies trotz internationaler Beliebtheit und Verwendung etwas typisch US- Amerikanisches an? (jmy, 13.7.2015)

  • Einfach mal durch die USA fahren.
    foto: reuters

    Einfach mal durch die USA fahren.

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