Lässige Blumenmädchen bei Lena Hoschek in Berlin

Ansichtssache7. Juli 2015, 15:09
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Die steirische Designerin zeigt bei der Berlin Fashion Week eine von der Provence inspirierte Frühling/Sommer-Kollektion 2016

Berlin/Wien – Lena Hoschek schickte am Dienstag auf der Fashion Week in Berlin ihre Models mit Strohhüten und Blumenkränzen im langen Haar nach Südfrankreich. War die vergangene Kollektion – für die österreichische Designerin eher untypisch – ganz von gedeckten bis düsteren Tönen dominiert, waren dieses Mal wieder gewohnt farbenfrohe Modelle auf dem Laufsteg zu sehen (Ansichtssache siehe unten). Unter dem Motto "En Provence" widmete sich der Stil der Frühjahr/Sommer-Kollektion 2016 voll und ganz dieser malerischen Landschaft. Zur Vorbereitung hatte Hoschek provenzalische Stoffe aus dem Jahr 1850 erworben, nach deren Muster sie die Muster für die aktuelle Kollektion nachfertigen ließ.

Weißer Stoff, florale Prints und Spitze

Farblich dominierten weiße Stoffe mit floralen Prints in den Farben Rot, Grün und Violett, aber auch ockergelbe, silber-bläuliche, dunkelrote und schwarze Kreationen – teilweise mit Spitzen – waren zu sehen. Die schwarzen Modelle wurden bei der Show mit dramatischer sakraler Orgelmusik unterlegt.

Ein neckisches Detail an den gewohnt wippenden Kleidern: die meist rot-weiß-gestreiften Schleifen, die ab und zu rund um die Hüften gebunden waren. Bei den Schnitten dominierten neben locker leichten A-Linien Kleider mit Volants an Bund und Schulterpartie, luftige Blusen mit Lochstickereien und bodenlange Roben. Für Hochzeitswillige präsentierten die Models eine große Auswahl an sommerlichen Hochzeitskleidern. Zu sehen waren vereinzelt aber auch extrem kurze Hosenanzüge.

Coole Romantik

Die Models trugen natürlich gehaltenes Make-up, nur die mit Rouge behauchten Wangen wirkten, als hätten sich die Models soeben erst hineingekniffen. Am Kopf präsentierten sie eigens angefertigte Strohhüte von Mühlbauer und zart-üppige Blumenkränze.

Die Designerin selbst bezeichnete ihre neue Kollektion als Mischung aus typischer französischer Nonchalance und romantischem Bohemian-Chic. Die Designs seien demnach weniger streng und von Frauen wie Romy Schneider und Jane Birkin inspiriert, die das Mühevolle hinter sich ließen und sich nicht vor Romantik scheuten. "Es ist definitiv ein sehr entspannter Chic, der Romantik nicht verkitscht, sondern sehr natürlich und cool abbildet", sagte Hoschek. Lässig flirtend mit dem Publikum verabschiedeten sich auch die Models zum Abschluss vom Berliner Laufsteg.

Österreicherinnen in Berlin

Die Modewoche in Berlin dauert noch bis Freitag. Am Mittwoch zeigt die Tirolerin Rebekka Ruetz ihre neueste Kollektion und am Freitag die Wienerin Marina Hörmanseder. Im Rahmen der Berlin Fashion Week gibt es mehr als ein Dutzend Modemessen und zahlreiche Einzelveranstaltungen, 25 Schauen reihen sich in den vier Tagen aneinander. Auf der Bread & Butter Berlin, einst wichtigste Messe für Alltags- und Sportmode, sind nach der Insolvenz diesmal nur rund 200 Aussteller vertreten. Sie findet auf dem früheren Flughafen Tempelhof statt. (Marietta Adenberger, 7.7.2015)

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