"Taz"-Report zu "Scheinselbstständigkeit"

7. Juli 2015, 14:15
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Das Nachrichtenportal der "Tageszeitung" deckt Sozialbetrug in prominenten Verlagshäusern auf

Berlin/Wien – Mit dem Ermittlungsverfahren im DuMont-Verlag kam das Thema ins Rollen. Der Verlag steht unter Verdacht, Pauschalisten oder auch "feste Freie" zu beschäftigen und so Sozialversicherungsbeiträge zu unterschlagen. Jetzt veröffentlicht die Tageszeitung "taz" den "Scheinselbstständigen-Report", berichtet das Medienmagazin turi2.

Kostenersparnis für die Verlage

Ein Selbstständiger, der nur für einen Auftraggeber arbeitet, ist nach "taz"-Definition "scheinselbstständig". In Verlagshäusern erledigen sogenannte Pauschalisten die tägliche Redaktionsarbeit. Sie recherchieren, redigieren, schreiben, planen, berichten und betreuen Praktikanten. Redakteure, die ein Recht auf Anstellungen haben, von ihren Arbeitgebern jedoch zumeist aus Kostengründen nicht angestellt werden. Das spart Geld für die Verlage. Sie müssen keine Sozialversicherung abführen und umgehen auch den Arbeitnehmerschutz: Urlaubs- und Krankengeld sind nicht vertraglich geregelt, Kündigungsfristen ebenso wenig.

Prominente Verlage unter Verdacht

Aus dem Ermittlungen im DuMont-Verlag trat ein Whistleblower hervor, der weitere Verlage auf die Beschäftigung von Pauschalisten untersuchte. Unter Verdacht stehen auch Axel Springer, die "Süddeutsche Zeitung", "Tagesspiegel", "Zeit", Zeit Online und Spiegel Online. Wie die taz berichtete, hat sich der Axel Springer Verlag nach Vorwürfen des Sozialbetrugs Ende Februar als einziges Verlagshaus selbst angezeigt.

Künstlersozialkasse übernimmt Kosten

In Deutschland funktioniere das System nur deshalb, weil die Künstlersozialkasse den Arbeitgeberanteil und die Sozialversicherungsbeiträge für freischaffende Publizisten übernimmt. Kommt es zu einem Urteil der Richter, drohen DuMont hohe Nachzahlungen. (red, 7.7.2015)

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