Hunderte Migranten in Marokko festgenommen und umgesiedelt

6. Juli 2015, 18:34
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400 Menschen in andere Städte gebracht – Ein Mann kam bei der Polizeiaktion ums Leben

Rabat/Ceuta – Bei einem mehrere Tage andauernden Großeinsatz der Polizei sind in Nordmarokko hunderte Migranten aus afrikanischen Staaten festgenommen und umgesiedelt worden. Einer Bilanz des Innenministeriums vom Montag zufolge wurden rund 400 Menschen, die in einem Vorort der Stadt Tanger 85 unbewohnte Wohnungen besetzt hatten, in 16 Bussen in andere Städte – unter anderem Rabat – gebracht.

Während der Polizeiaktion kam laut Medienberichten ein Mann aus der Elfenbeinküste in demselben Viertel vermutlich durch Stichverletzungen ums Leben. Einzelheiten gab es zunächst nicht, die Ermittlungen dauern an.

Häufige Räumungsaktionen

Tanger ist rund 70 Kilometer von der spanischen Exklave Ceuta entfernt. Immer wieder versuchen Flüchtlinge und Migranten dort über den Zaun nach Europa zu kommen. In den umliegenden Wäldern lassen sich Menschen nieder und leben unter Plastikplanen – doch immer wieder kommt es auch dort zu Räumungsaktionen.

Der Polizeieinsatz in der Stadt rund 250 Kilometer nördlich von Rabat begann vor wenigen Tagen. Zuvor hatte das Innenministerium den Menschen 24 Stunden Zeit gegeben, die besetzten Wohnungen zu verlassen. In dem Viertel hatte es häufig Spannungen zwischen Marokkanern und Menschen aus den südlich der Sahara gelegenen afrikanischen Ländern gegeben. (APA, 6.7.2015)

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