Gebrauchsanleitung für hitzige Tage

6. Juli 2015, 18:05
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Bevor sich Annelie, das erste Hoch dieses Sommers, mit Unwettern verabschiedet, soll es in weiten Teilen des Landes noch einmal so richtig heiß werden

Wien – Da geht noch was. Die 37 Grad, die zuletzt in Wien und im Waldviertel gemessen wurden, dürften heute, Dienstag, irgendwo in Ostösterreich noch übertroffen werden. Von Westen her steigt laut Meteorologen zwar weiterhin die Gewittergefahr, Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius sind aber auch noch das Gegenteil von kalt. Fachleute haben ein paar Tipps gegen Überhitzung zusammengestellt:

· Trinken Der Gesundheitsdienst der Stadt Wien empfiehlt für Erwachsene drei bis vier Liter Wasser am Tag; Finger weg von Alkohol und süßen oder koffeinhaltigen Getränken, da sie dem Körper Wasser entziehen.

· Essen Schnitzel, Pommes und Malakofftorte belasten den Kreislauf, der ohnehin schon mit der Körperkühlung, also Schwitzen, genug zu tun hat. Empfohlen werden leichte Kost und kleine Portionen.

· Deckel Ganz oben kann die direkte Sonneneinstrahlung bei diesen Temperaturen rasch zu viel werden. Wer Gehirnschmalz hat, trägt deshalb Hut oder Kappe oder lässt sich generell irgendwo im Schatten nieder.

· Kalte Dusche Vergangenes Wochenende haben 220.135 Personen die Wiener Bäder gestürmt – Platz drei im Ranking der Überfüllung (Anfang Juli 2012 waren es um 20.000 mehr). Auch daheim tut eine kalte Dusche gut.

Vorsicht bei Gasthermen

Doch Vorsicht bei Gaskombithermen oder Gasdurchlauferhitzern: Weil es bei hohen Außentemperaturen zu Abzugsstörungen der Abgase kommen kann, müssen Räumlichkeiten gut durchlüftet werden, appelliert der Gesundheitsdienst. Erst vergangene Woche musste eine Familie wegen Kohlenmonoxidvergiftung ins Spital.

Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) höchstpersönlich hat die Schirmherrschaft für die Initiative "bewusste Kühlung" übernommen. Aber auch der Energiesparverband Oberösterreich gibt Tipps, wie man mit einfachen Maßnahmen Wohnungen und Häuser kühl halten kann:

· Lüften Mit der Hitze ist es wie mit unliebsamem Besuch: einmal in der Wohnung, nur schwer wieder hinauszubringen. Deshalb sollten tagsüber Fenster geschlossen bleiben, nächtliches Lüften bunkert kühlere Luft. Guter Sonnenschutz muss an der Außenseite des Glases angeordnet sein.

· Abschalten Die Hitze kommt nicht nur von außen, sondern auch von Geräten drinnen. Also alles abschalten, was nicht gerade gebraucht wird: Kopierer, Drucker, Kaffeemaschine, unnötige Beleuchtung, Monitor. Immer noch besser als stromfressende Klimageräte sind laut den oberösterreichischen Umweltberatern mobile Ventilatoren.

· Pflanzen Topfgrünzeug hilf generell, gutes Raumklima zu erzeugen. Am liebsten haben es die Österreicher übrigens zwischen 22 und 24 Grad bei einer 40- bis 60-prozentigen Luftfeuchtigkeit.

Mehr Feuchtigkeit als erwünscht soll es ab Mittwoch in ganz Österreich geben. Dann soll Annelie, das erste Hoch dieses Sommers, mit zum Teil heftigen Gewittern zu Ende gehen. Starkregen, Hagel und Sturmböen seien vor allem im Süden und Südosten Österreichs möglich, warnen die Meteorologen. Besonders an Seen könne das zu gefährlichen Situationen führen. (simo, 6.7.2015)

  • Das Comeback der Strohhüte kommt gerade  recht: So lassen sich heiße Tage erhobenen Hauptes bewältigen.
    foto: apa/dpa/vennenbernd

    Das Comeback der Strohhüte kommt gerade recht: So lassen sich heiße Tage erhobenen Hauptes bewältigen.

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