Styria gibt den "Wiener" ab

6. Juli 2015, 16:23
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Gregor Josel und Franz J. Sauer führen das 1979 gegründete Magazin weiter – Vom größten Monatsmagazin Anfang der 90er zu jetzt 1,7 Prozent Reichweite

Wien – Die Styria trennt sich von ihrem Männermagazin "Wiener" an Gregor Josel und Franz J. Sauer. Über einen allfälligen Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Den Verkauf des 1979 gegründeten Magazins begründete die Styria in einer Aussendung so: "Mit der Gründung des 'Styria Medienhaus Sport' hat die Styria einen klaren Fokus auf die multimediale Bespielung des Themenfeldes 'Sport' gelegt. Der 'Wiener' mit seiner Positionierung als Österreichs Lifestyle Männermagazin ist somit nicht im strategischen Fokus des 'Styria Medienhaus Sport' darstellbar."

Gregor Josel und Franz J. Sauer waren lange Zeit in der Styria tätig. Mit ihrer Josel & Sauer GmbH sind sie seit einiger Zeit im Bereich Auto-, Motor- und Lifestyle-Medien aktiv – zum Beispiel mit dem Portal motorblock.at und der gleichnamigen Contentmarketing-Agentur.

Einst 10,5 Prozent Reichweite

Der "Wiener", einst als Zeitgeistmagazin gegründet, war unter Gerd Leitgeb Anfang der 1990er größtes Monatsmagazin im Land. 1993/94 konsumierten ihn laut Media-Analyse 10,5 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher ab 14 Jahren. Es ging schon mit der lautstarken, marketinggetriebenen Gründung von "News" bergab. Laut Media-Analyse 2014 lesen oder blättern 1,7 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren regelmäßig im "Wiener".

Katholizismus und Männermagazin

Das Magazin kam Mitte der 2000er-Jahre mit der Übernahme der Magazingruppe ET Multimedia zur Styria. Die interessierte damals vor allem das "Wirtschaftsblatt" an der ET Multimedia, wohl auch die Frauenmagazine um "Wienerin" und "Diva". Der "Wiener" suchte im katholisch geprägten Konzern seinen Platz als Männermagazin, ein besonders dort merkbar schwieriges Unterfangen. (red, 6.7.2015)

foto: josel & sauer gmbh
Neue "Wiener"-Besitzer: Franz J. Sauer (li.) und Gregor Josel von "Motorblock.at"
  • Der "Wiener" bekommt neue Besitzer.
    foto: wiener

    Der "Wiener" bekommt neue Besitzer.

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