Wann Sie einen Job besser sausen lassen sollten

7. Juli 2015, 13:00
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Die Zeiten, in denen nur der Bewerber einen guten Eindruck hinterlassen muss, sind längst vorbei

Kleiden Sie sich vernünftig, seien Sie authentisch, höflich und kommen Sie keinesfalls zu spät – Tipps, wie man sich beim Jobinterview am besten zu verhalten habe, gibt es zahlreich und in variantenreichen Ausführungen.
Aber wie ist es umgekehrt? Schließlich muss im modernen "War of Talents" nicht mehr nur der Bewerber dem potentiellen Arbeitgeber, sondern auch der Arbeitgeber dem Bewerber gefallen.

Worauf bei Interviewern zu achten ist – und wann Sie nach dem Vorstellungsgespräch Ihre Bewerbung schleunigst zurückziehen sollten, beschreiben Journalisten des Online-Magazins "The Next Web":

Der Interviewer verhält sich respektlos

Manchmal ist es der Chef, manchmal seine Assistentin, sein Assistent, ein zukünftiger Kollege, eine zukünftige Kollegin, der oder die das Jobinterview führt – in jedem Fall ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie mit der Person einen guten Teil Ihres Arbeitsalltages verbringen werden, ziemlich hoch. Deshalb: Behandelt Sie ihr Gegenüber unfreundlich, herablassend oder respektlos, stellt es Ihnen unpassende Fragen, sollten bei Ihnen die Alarmglocken läuten. Denn so könnte das später im Büro auch ablaufen.

Der Interviewer kann seinen Job anscheinend nicht leiden

Achtung auch, wenn der Interviewer nicht im geringsten so wirkt, als würde er seinen Job gerne machen. Zeigt er keine Solidarität für das Unternehmen, gibt es meist einen Grund dafür. Entweder Sie wundern sich im Stillen, nehmen den Job an und finden es auf die harte Tour heraus – oder Sie fragen einfach nach. Im besten Fall gelangen Sie so nützlichen Informationen über Ihren potenziellen Chef, über das Unternehmen. Und im schlimmsten Fall erfahren Sie, dass ihr Gegenüber heute einfach nur einen schlechten Tag hat.

Urlaub ist unerwünscht

"Geht nicht, gibt's nicht" scheint das oberste Motto im Unternehmen. Ihr Interviewer lässt keine Minute des Gesprächs vergehen, ohne Ihnen hochgesteckte Unternehmensziele vorzubeten oder über beste Qualität und beste Performance zu referieren. Als Chef am Fortkommen des Unternehmens interessiert zu sein, ist ja grundsätzlich etwas Wünschenswertes. Aber: Wenn Sie nach 40 Stunden Arbeit auch gerne mal Ihren Hobbys frönen, sollten Sie achtsam sein wenn Ihr Interviewer schon beim ersten Gespräch über All-in-Verträge und Erreichbarkeit auch am Wochenende spricht. Spätestens beim Satz: "Mehr als fünf Tage Urlaub am Stück sind nicht erwünscht" wäre es angebracht, zu überlegen, ob Sie und Ihr potentieller Arbeitgeber wirklich so ideal füreinander sind...

Der Interviewer kann Ihre Fragen nicht beantworten

Das Gespräch ist gut verlaufen, Sie haben sich Mühe gegeben. Nun sind Sie an der Reihe, den Neugierigen/die Neugierige zu spielen – und stellen Fragen zur Arbeitskultur, zur Rollenverteilung im Team, zu künftigen Unternehmenszielen. Sie wollen alles wissen. Ihr Gesprächspartner scheint aber keine Antworten parat zu haben, bleibt unkonkret, weicht Ihren Fragen aus.
Das ist zwar noch kein Grund, schnurstracks die Bewerbung zurückzuziehen, aber auf jeden Fall wäre es zu diesem Zeitpunkt angebracht, skeptisch zu sein und nach klaren Antworten zu verlangen.

Was zu tun ist, bleibt unklar

"Wir suchen nach jemandem, der motiviert ist und unser Team gut ergänzt" – ja, okay, aber in welcher Position und mit welchen Aufgaben? Diese Job Description skizziert nicht sehr gut, was von Ihnen verlangt wird, ja was der Job überhaupt so alles mit sich bringt. Deshalb gilt auch wieder: Genauer nachfragen. Ist der Vertrag unterschrieben, kann es sonst mitunter zu bösen Überraschungen kommen.

Der Interviewer wirkt eitel und arrogant

Manchmal finden Sie sich in einer Interviewsituation mit lauter Kanye West-Imitaten wieder – die Sie kaum ausreden lassen, sondern Ihnen stattdessen unter die Nase reiben, wieso sie die Besten sind, warum das Unternehmen das Beste ist. Schon immer war und in Zukunft auch bleiben wird.
Leider sind Egochefs in vielen Branchen – wie der Designer-, der Werbe- oder der Finanzbranche – zur Normalität avanciert. Kommt das bei einem Interview einmal vor: Stellen Sie Ihre Arbeitgeberwahl infrage. Kommt es öfter (oder gar immer?) vor: Besser die Berufswahl nochmal überdenken. Lieber jetzt als nie. (lib, 7.7.2015)

  • Scheint Ihre Interviewerin ihren Job selbst nicht mögen, ist Skepsis angebracht.
    foto: fotolia

    Scheint Ihre Interviewerin ihren Job selbst nicht mögen, ist Skepsis angebracht.

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