Datenschutzbehörde löst bei Newsletter selbst Datenpanne aus

6. Juli 2015, 13:01
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Kontaktdaten aller Empfänger einsichtbar, Leiterin Jelinek: "Für Datenschutzbehörde besonders unangenehm"

Ausgerechnet der österreichischen Datenschutzbehörde ist eine Datenpanne passiert: Beim Versand des aktuellen E-Mail-Newsletters 3/2015 konnte jeder Empfänger die E-Mail-Adressen aller anderen Nutzer einsehen, die das Rundmail abonniert hatten. Normalerweise werden bei Rundmails Empfänger als Blindkopie eingestuft, sie können also andere Adressen nicht sehen. Die Panne hat zu empörten Reaktionen einiger Empfänger geführt, die ihrem Unmut wiederum an den gesamten Verteilerkreis weiterleiteten. "Bin verwundert, wie hier mit Daten umgegangen wird", so ein Nutzer. "Und das nennt sich Datenschutzbehörde", ergänzt ein weiterer Empfänger.

"Technischer Defekt"

"Gerade für die Datenschutzbehörde ist es besonders unangenehm, wenn so etwas passiert", so DSB-Leiterin Andrea Jelinek zum STANDARD. Sie macht einen technischen Defekt für den Faux-Pas verantwortlich. "In unserer Versandnachricht ist kein offener Verteiler", erklärt Jelinek. Die Technik prüfe den Fall, die Nennung sämtlicher Kontaktadressen sei laut Jelinek "natürlich nicht unsere Absicht gewesen". Sie werde auf Beschwerden persönlich reagieren.

Personenbezogene Daten

In Bayern hat ein ähnlicher Fall bei einem privaten Unternehmen zu einem Bußgeld durch die Datenschutzaufsicht geführt. Damals hatte eine Mitarbeiterin allerdings aktiv das Rundmail an einen offenen Verteiler gesandt, es lag also kein technischer Defekt vor. Datenschützer argumentieren, dass die Kontaktadresse, sofern sie aus Vorname und Nachname besteht, bereits ein personenbezogenes Datum darstellt. (fsc, 6.7.2015)

  • Die Adressen anderer E-Mail-Empfänger sollten bei Rundmails geschützt werden
    foto: dpa/reinhardt

    Die Adressen anderer E-Mail-Empfänger sollten bei Rundmails geschützt werden

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