Kolumbien: Regierung droht mit Abbruch der Friedensgespräche

5. Juli 2015, 19:31
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Ex-Vizepräsident verurteilt Anschläge auf Infrastruktur

Bogota – Die Friedensgespräche mit der FARC-Guerilla in Kolumbien sind nach Ansicht des Chefunterhändlers der Regierung an einen kritischen Punkt gelangt. "Die Verhandlungen kommen bald zu einem Ende, im Erfolg oder im Scheitern", erklärte der ehemalige Vizepräsident Humberto de la Calle in einem Gespräch, das am Sonntag von mehreren Medien veröffentlicht wurde.

Die jüngsten Angriffe der Guerilla gegen Erdöl- und Stromleitungen hätten den Friedensprozess auf einen Tiefpunkt geführt.

Es sei gut möglich, das die Vertreter der Guerilla eines Tages ihre Gesprächspartner nicht mehr am Verhandlungstisch in Havanna antreffen werden, wenn die FARC auf ihrer gegenwärtigen Offensive gegen Infrastrukturziele bestünde, sagte De la Calle.

Gleichzeitig erklärte er, dass es bereits Übereinstimmungspunkte für eine Übergangsjustiz für Gewalttaten der Guerilla gebe. Wenn die FARC ihre Verantwortung vor der Justiz annehme, sei die Regierung auch bereit, noch vor Friedensabschluss eine bilaterale Waffenruhe zu vereinbaren. (APA, 5.7.2015)

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