Bernd Wiesberger triumphiert in Paris

5. Juli 2015, 18:50
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Dritter Turniersieg auf der European Tour bringt dem Österreicher ein Rekord-Preisgeld von einer halben Million Euro

Paris – Golfer Bernd Wiesberger hat am Sonntag die Open de France und damit sein insgesamt drittes großes Turnier auf der European Tour gewonnen, sein erstes seit Mai 2013. Der 29-Jährige war als Drittplatzierter in den Schlusstag gestartet, nach einer überzeugenden 65er-Runde wies der Burgenländer nach vier Runden mit 13 unter Par drei Schläge Vorsprung auf den Engländer James Morrison auf. Der Lohn: ein Rekord-Preisgeld von 500.000 Euro.

Mit einer 65er Runde gelang Wiesberger der niedrigste Score des Feldes, die Basis zu seinem Erfolg legte er wie bereits an den Tagen davor auf den ersten neuen Löchern. Mit fünf Birdies übertrumpfte der Burgenländer seine bisherigen Vorstellungen noch, die so erlangte Führung gab er bis zum Schluss nicht mehr ab und finalisierte mit 13 Schlägen unter Par.

Nach einer rund einstündigen Unterbrechung wegen Gewittergefahrs legte Wiesberger seine Birdie-Serie hin, es gelangen ihm vier Schlaggewinne in Folge. Der Schauplatz "Le Golf National" von Paris wird 2018 Schauplatz des Ryder Cups sein, Wiesberger gab schon einmal eine Empfehlung für eine mögliche Nominierung ab. Seine bisherigen Erfolge auf der European Tour waren ihm 2012 beim Ballantine's Championship in Incheon in Südkorea sowie bei den Lyoness Open in Atzenbrugg gelungen. 2013 folgte auch der Titel beim Indonesian Masters in Jakarta, einem Turnier der Asien-Tour.

26 Monate später nun also die Nummer vier, einige große Namen konnte Wiesberger dabei hinter sich halten. So etwa den zweifachen Major-Sieger Martin Kaymer aus Deutschland, der nach einer 70er-Runde Vierter wurde. Jaco van Zyl (Südafrika), der als Führender in den Schlusstag gegangen war, belegte Rang drei (276).

Krönung eines starken Jahres

Wiesberger, natürlich Österreichs Nummer eins, erlebt 2015 das beste Jahr seiner Karriere. Es begann mit starken Auftritten in Asien: Plätze sechs in Abu Dhabi, drei in Katar, vier in Dubai und zwei in Kuala Lumpur. Mit seinem Sieg macht er auch einen Sprung in der Weltrangliste von Platz 39 auf 23. Damit erreichte Wiesberger ein für sich und das österreichische Golf historisches Hoch. Seine bisher beste Platzierung hatte der Burgenländer im Februar als 36. erreicht. Wiesberger hatte das Jahr als 72. begonnen.

Der Oberwarter steigerte mit seinem vierten großen Titel seinen Score an Durchschnittspunkten von 2,78 auf 3,43. Mit 36 am Ryder-Cup-Schauplatz 2018 gutgeschriebenen Zählern erreichte Wiesberger sein bisher bestes Karriere-Ergebnis, noch wertvoller als sein Titelgewinn beim Ballantine's Championship in Incheon/Südkorea 2012 (34).

Konstanz als Schlüssel

Im April schlug er als erster Österreicher beim US Masters ab und überzeugte in Augusta mit dem 22 Schlussrang. Ende Mai verpasste Wiesberger bei den Irish Open in Newcastle seinen dritten Europa-Titel im Dreier-Stechen als Zweiter nur knapp. Es folgte die Enttäuschung des verpassten Cuts beim Heim-Turnier in Atzenbrugg (79.), auch bei den US Open (85.) und in München (27.) lief es nicht wie gewünscht.

"Es war ein großartiges halbes Jahr für mich", sagte Wiesberger im ersten Siegerinterview. "Ich hatte einiges an Erfolg, für ganz oben hat es aber nie ganz gereicht. Dass ich jetzt mit dem Pokal da stehe, fühlt sich ziemlich gut an." Konstanz sei der Schlüssel zum Erfolg gewesen.

Nächste große Aufgabe: das British Open von 16. bis 19. Juli in St. Andrews. (red/APA – 5.7. 2015)

Ergebnisse Open de France (3 Mio. Euro/Par 71) – Endstand nach vier Runden:

1. Bernd Wiesberger (AUT) 271 (68+72-66+65)
2. James Morrison (ENG) 274 (71+68+68+67)
3. Jaco van Zyl (RSA) 276 (68+71+64+73)
4. Martin Kaymer (GER) 277 (69+69+69+70)
5. Rafa Cabrera-Bello (ESP) 279 (68+70+72+69) 279
6. Mike Lorenzo-Vera (FRA) 280 (75+70+67+68)
6. Andy Sullivan (ENG) 280 (71+70+69+70)
6. Francesco Molinari (ITA) 280 (70+69+70+71)
6. Brendan Steele (USA) 280 (72+69+67+72)

  • Bernd Wiesberger feiert in Paris den wohl größte Triumph seiner Karriere.
    foto: ap/euler

    Bernd Wiesberger feiert in Paris den wohl größte Triumph seiner Karriere.

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